Initiativbewerbungen im Musiktheater

"Der neue Fritz Wunderlich, die Entdeckung des Jahres, das war nie dabei"

28.08.2018

AleksandrKern

In dieser Reihe befragen wir die Entscheider*innen an den Theatern: Wie sollen Initiativbewerbungen von künstlerischen Solist*innen aussehen? Dr. Cornelia Preissinger, Künstlerische Betriebsdirektorin und Stellv. des Intendanten an der Staatsoper Hannover, findet klare Worte für Initiativbewerber*innen.

Theapolis: Gibt es für die Spielzeit 2018/19 Vakanzen im Musiktheaterbereich?
Dr. Cornelia Preissinger: Nein.

Welche Einstiegsgage zahlen Sie Berufsanfänger*innen?
2.200,-€

Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen von Sänger*innen um?
Um es kurz zu fassen: auf Grund jahrelanger schlechter Erfahrungen mit Sängern, die sich initiativ bewerben, habe ich es irgendwann unterlassen, Initiativbewerber zu Vorsingen einzuladen. Der neue Fritz Wunderlich, die Entdeckung des Jahres, das war nie dabei. Im Gegenteil. Ich vertraue daher lieber Agenten, mit denen ich seit langem eng und vertrauensvoll zusammenarbeite, oder entdecke meine Künstler bei Wettbewerben, an Hochschulen oder in anderen Häusern selbst.
Initiativbewerber, die außerdem ihre Bewerbungen an falsche Adressaten senden (falsche Namen) oder ihre Bewerbungen im Gießkannenprinzip über das ganze Haus verteilen, fallen bei mir sofort durch das Raster. Man sollte schon ein Minimum an Sorgfalt walten lassen, wenn man sich an einem Haus bewirbt. Ungefragt giga-byte-Tonanhänge mitzusenden, die den elektronischen Speicher überfordern, kommt auch nicht sehr gut an. Es gibt Ausnahmefälle wie Regieassistenten, Souffleusen, Inspizienten und Repetitoren. Deren Initiativbewerbungen behalte ich gerne, da man hier doch schneller als gedacht mal Bedarf hat und dann in Kontakt treten kann. Bei Sängern macht das für mich nur Sinn, wenn jemand an einem anderen Haus im festen Engagement ist und sich für bestimmte, meist selten gespielte Opern, als Einspringer anbietet.

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