KIBA / KONZERT THEATER BERN

"Es lohnt sich, sich mit dem Theater, an dem man sich bewirbt, auseinanderzusetzen."

27.06.2019

Lea Lustenberger, Foto: (c) Frank Schinski

Lea Lustenberger, Foto: (c) Frank Schinski

Nina Bruns vom Jungen Ensemble-Netzwerk sprach mit Lea Lustenberger, Dramaturgin am KONZERT THEATER BERN, über ihren Umgang mit Initiativbewerbungen von Schauspieler*innen und auf was man dabei besonders achten sollte.

Welche Einstiegsgage zahlen Sie Berufsanfänger*innen?
4000 CHF.

Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen um?
Diese werden gesammelt, digital und analog. Wenn eine Vakanz entsteht, wird diese beim RAV (Regionales Arbeitsvermittlungszentrum) gemeldet. Daraufhin erhalten wir vom RAV Bewerbungen, die auf das Profil der Vakanz passen. Erst wenn bei durch diesen Vorgang kein passender Bewerber / keine passende Bewerberin gefunden wurde, wird die Stelle ausgeschrieben und auf Initiativbewerbungen zurückgegriffen.

Und wenn die Bewerbungen auf Ihrem Tisch landen, antworten Sie dann trotzdem erstmal darauf?
In der Regel wird nicht unmittelbar darauf geantwortet. Das liegt auch daran, dass Bewerbungen oft offen formuliert sind, sodass es gar nicht unbedingt einer unmittelbaren Antwort bedarf.

Das heißt, es bringt auch gar nichts, nachzufragen?
Nachfragen ist aus meiner Erfahrung nicht nötig.

Und wie gehen Sie sonst noch mit offenen Vakanzen um? Schauen Sie sich auch noch woanders um?
An der Hochschule der Künste. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Schauspieler*innen engagiert werden, die man schon auf der Bühne gesehen hat und/oder mit dem/der man bereits gearbeitet hat.

Wie soll denn für Sie eine Bewerbung genau aussehen?
Übersichtlich und mit möglichst wenigen Anhängen, falls man die Bewerbung digital schickt. Kurzer Beschrieb dessen, was einem an dem Theater, an dem man sich bewirbt, interessiert. Lebenslauf (gerne mit Geburtsdatum). Zwei Fotos, ein Porträt, ein Ganzkörperfoto und vielleicht noch ein Drittes, das einen Ausdruck zeigt, den man besonders mag. Von Bühnenfotos würde ich abraten.

Wann sind die Vorsprechen, also wann ist es sinnvoll sich zu bewerben?
Laufend.

Gibt es für Sie Ausschlusskriterien?
Ja, wenn man kein Schauspielstudium abgeschlossen hat.

Ist es wichtig, ob das privat ist oder eine staatliche Schule?
Nein.

Was wünschen Sie sich?
Erreichbarkeit, eine aktuelle Telefonnummer und E-Mail-Adresse sollten Teil der Bewerbung sein.
Ich finde es auch immer interessant zu wissen, was für Theaterarten und -formen, welche Arbeitsweisen einen schon geprägt haben oder von denen man sich wünscht, dass sie vorkommen.

Haben Sie sonst noch Anregungen?
Es lohnt sich, sich mit dem Theater, an dem man sich bewirbt, auseinanderzusetzen. Wie sieht der Spielplan aus etc. – so, denke ich, merkt man auch als Bewerber*in schnell, ob das Haus zu den eigenen Vorstellungen von Theater passt.

Bewerbungsadresse: dramaturgie@konzerttheaterbern.ch

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