KIBA / Saarländisches Staatstheater

"Keep it simple"

12.08.2019

Bettina Bruinier, Foto: (c)Martin Kaufhold

Bettina Bruinier, Foto: (c)Martin Kaufhold

Bettina Bruinier, Schauspieldirektorin am Saarländischen Staatstheater, sprach mit Lilja van der Zwaag vom Jungen Ensemble-Netzwerk über Bewerbungen im Schauspielbereich.

Gibt es Vakanzen für die kommende Spielzeit?
Nein, momentan sind alle Vakanzen bei uns besetzt.

Welche Einstiegsgage zahlen Sie Berufsanfänger*innen?
Die vorgegebene Mindestgage.

Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen um?
Es ist generell o.k. Initiativbewerbungen zu schicken. Wir greifen auf diese auch zurück, wenn Vakanzen auftauchen.

Wie soll die Bewerbung aussehen (Fotos, Anschreiben, welches Format etc.)
Von elektronischen Bewerbungen per E-Mail bin ich ein großer Fan, weil mit denen am einfachsten umzugehen ist. Ich finde es gut, wenn das Anschreiben nicht zu lang ist, das heißt: am besten die Hard Facts. Auch nicht zu blumig oder gewollt originell, sondern pragmatisch.
Besonders gut finde ich persönlich, wenn man durch ein kleines Foto in der Signaturzeile direkt einen Eindruck bekommt, mit wem man es zu tun hat. Wenn einen jemand anguckt, dann hilft es, sich auch nach dem Beiseitelegen der Bewerbung besser zu erinnern und einzuordnen. Und je mehr Information auf den ersten Blick gegeben wird, desto besser.In einer extra Datei sind zusätzliche Fotos immer gut. Porträt und Ganzkörper. Am besten gut in Din A 4 auszudrucken.

Wann ist der beste Bewerbungszeitraum - wann sind die Vorsprechen?
Wenn ab dem 30.10. gekündigt wird, oder die Leute aufbrechen, fangen wir an unsere Vorsprechen zu organisieren. Die Hauptzeit ist November, Dezember und Januar.

Gibt es Ausschlusskriterien?
Eine Ausbildung ist wichtig. Lieber Schauspielschule als Fernsehakademie, bzw. Filmkurse. Ich möchte niemandem Talent absprechen, aber wir berücksichtigen natürlich den Ausbildungsweg.

Wie stehen Sie zu privaten Schauspielschulen?
Wir laden auch Schauspieler*innen von privaten Schauspielschulen ein, aber dann aber fast ausschließlich auf Empfehlung.

Was wünschen Sie sich?
Mir ist es wichtig, dass schnell ersichtlich wird, mit wem man es zu tun hat (siehe oben). Und natürlich freut es uns, wenn jemand schon was am Haus gesehen hat, sodass er oder sie eine Idee hat, wer wir sind und was wir machen. Aber natürlich bin ich realistisch und weiß, dass sich kein Schauspieler leisten kann, all die Theater abzuklappern um ein persönliches Anschreiben. Das übersteigt natürlich jeglichen finanziellen sowohl als auch zeitlichen Rahmen.

Was wünschen Sie sich nicht?
Ich würde auf jeden Fall auf Bastelarbeiten verzichten. Wir haben Bewerbungen erhalten, bei denen jemand ein Vermögen für Lego Männchen ausgegeben. Und wenn mit einer Bewerbung dann fast eine gewisse Verantwortung einhergeht, weil sie so wertvoll ist, dann wird sie zur Belastung.
Keep it simple!

Antworten Sie auf Bewerbungen? Soll man nachfragen? Wenn ja, wie?
Wir versuchen sie weitgehend zu beantworten. Das gelingt uns nicht immer.
Von Anrufen bin ich keine ausgesprochene Freundin. Ich finde es aber völlig in Ordnung, wenn der/die Bewerber*innen per Mail nachhaken. Schließlich haben sie ein Recht zu erfahren, was mit der eigenen Bewerbung passiert ist.

Haben Sie sonst noch Anregungen?
Immer wieder versuchen!
Ich kenne das auch: Man verschickt 20 Bewerbungen, erhält zwei Antworten zurück und davon sind zwei Absagen. Man weiß jedoch nie, was für Slots sich an einem Theater auftun. Wir sagen - offen gestanden - für gewöhnlich auf zwei Arten ab: In der einen schreiben wir, dass es keine Vakanz gibt und fertig. In der anderen schreiben wir, dass es zwar keine Vakanz gibt, wir uns aber gerne melden, wenn sich etwas auftut. Das meinen wir auch ernst. Und dann macht es Sinn Einladungen zu schicken, wenn man etwas zu zeigen hat. Die beachten wir, antworten wir in der Regel allerdings nicht. Denn das ist manchmal einfach zeitlich nicht zu leisten. Bitte nicht persönlich nehmen und einfach weiter versuchen!

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