Über uns

1998-2017
Die Gruppe 400asa wurde im Jahr 1998 von Samuel Schwarz, Lukas Bärfuss und Udo Israel gegründet. Zuerst produzierte 400asa mit minimalem Budget Hörspiele und stach 1998 auch gleich diverse DRS-Produktionen aus, gewann mit der auf einem Minidisc-Gerät produzierten Hörspiel-Reihe "Röstiblitz" den renommierten Radiopreis der Zürcher Radiostiftung.
Gleichzeitig mit der Premiere der Low-Budget-Theaterproduktion Produktion 'Italienische Nacht' veröffentlichte die Gruppe ihr mittlerweile berühmt gewordenes 'Bekenntnis99', das - ähnlich dem Dogma der dänischen Filmemacher - ein Regelwerk für eine einfachere und billigere Art des Theaterproduzierens darstellt.
Mit ihrer zweiten Theaterproduktion "Medeää" (nach Lars von Trier) gewann 400asa den ZKB-Preis am Zürcher Theaterspektakel. Seither gilt 400asa als einer der wichtigsten Schweizer Theaterexporte. U.a. wurde "Medeää" 2003 von Zentropa Interactions in die Produktionshallen nach Kopenhagen eingeladen.
An der Expo.02 machte die Gruppe mit ihrem "Affentheater" auch in den Mainstream-Medien von sich reden, ebenso mit ihrer Farce "Meienbergs Tod". Beide Stücke wurden von Lukas Bärfuss ("Nachwuchsautor des Jahres 2003", "Autor des Jahres 2005") geschrieben und von Samuel Schwarz inszeniert. Mittlerweile verteilen sich die Autoren- und Regie-Funktionen aber auf das ganze Kollektiv; immer mehr wird 400asa zu einem Orchester ohne Dirigent, bzw. mit dauernd wechselnden Dirigenten, vergleichbar vielleicht mit den britischen Monty Pythons oder einer gut funktionierenden Rock-Band. In den Jahren 2003/2004 und 2005/2006 wird 400asa vom Präsidialdepartement Zürich im Rahmen einer Gruppenförderung unterstützt.
Mit dem Stück "B.- ein Stück über Sport und Behinderung", das das Schicksal des gelähmten Ex-Skirennfahrers B. thematisierte, provozierte 400asa im Frühjahr 2004 heftige Reaktionen. Auch diese Produktion wurde an diverse Theaterhäuser in Deutschland und Österreich eingeladen.
Und weil sowohl die Radio- als auch die Theaterlandschaft keine wirklichen Herausforderungen mehr bieten, die wichtigsten Theaterhäuser in Deutschland bespielt worden sind und die Stadt Zürich ja auch kein gutes Theater will (man hat am Schauspielhaus Zürich soeben eines der besten Teams aus der Stadt gejagt) weitet 400asa im Rahmen der Reihe "Expeditionen" ihr Tätigkeitsfeld und auf neue Gebiete aus, um den engen Rahmen des konventionellen (auch des freien) Theaterbetriebs zu sprengen und neue Publikumssegmente zu erschliessen.
Die Gruppe 400asa wollte und will ihr Theater immer politisch, komisch und rhythmisch.
Einen solchen Film wünscht sich auch 400asa. Mit Breitenwirkung, sprich: kommerziellem Erfolg, der nicht auf Kosten des Inhalts geht.
Im zweijährigen Laborprojekt "Die letzte Chance" beschäftigt sich 400asa mit dem Schweizer Filmschaffen und möchte helfen, es international wieder auf die Beine zu stellen, es von seiner für moderne Menschen schwer erträglichen Provinzialität zu befreien. Mit Hilfe der in jahrelanger Arbeit gewachsenen 400asa-Schauspieltechniken, von giftiger Polemik, Seminaren und historischen Recherchen, öffentlichen Theatervorstellungen und Drehbuchaufstellungen entwickelt 400asa fünf Filmstoffe. Das Scheitern oder Gelingen dieser Stoffentwicklung soll auch etwas über den Filmstandort Schweiz aussagen und mithelfen, die Qualität und den Marktwert des CH-Filmschaffens zu verbessern.
Wagemutig und voller Optimismus macht sich 400asa auf, um das Fürchten zu lernen. Für zwei Jahre verlässt die Gruppe ihre Theaterstammlande und begibt sich in die Hölle des untersubventionierten Filmschaffens. Um den Graben zwischen Film und Theater aufzuschütten, Synergien zu nutzen und neue, effektive Produktionsformen zu entwickeln.

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