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Wochenrückblick #6/20

Legenden, Blumen und Brandstifter

Ein Datum dieser Woche wird in die Geschichtsbücher eingehen, der 5. Februar, der Tag, an dem Thomas Kemmerich (FDP) sich mit Stimmen der AfD in Thüringen zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Von dem Landesverband, dessen Chef Björn Höcke (AfD) man laut Gerichtsurteil einen Faschisten nennen darf. Inzwischen ist der „Ministerpräsident für einen Tag“ zurückgetreten. Die Folgen, die all diese Abläufe haben können, sind besorgniserregend. Nicht nur, aber auch für Kunst und Kultur.

Wochenrückblick #5/20

Alors on danse!

Eigentlich sind die Neuigkeiten, die uns diese Woche aus der Tanzsparte erreichen, gar nicht so neu: In Paris wird schließlich schon seit Wochen gestreikt (und keineswegs nur von Tänzerinnen!), die Ausbildungsbedingungen bewegen sich seit Jahrhunderten im Spannungsfeld zwischen Disziplin und unmenschlicher Härte. Dennoch genießt die Tanzsparte - trotz fortlaufender Entwicklungen und offenkundigen Diskussionsbedarfs - jenseits der Kritiken üblicherweise nur wenig mediale Aufmerksamkeit. Das ist diese Woche anders.

Wochenrückblick #4/20

Klare Positionen, Propaganda und humanistische Grundwerte

In Chile trotzt ein Theaterfestival, welches kein Festival mehr sein will, der Staatsgewalt und der Gewalt im Namen des Staates. Währenddessen grübelt in Deutschland eine Intendantenkonferenz, ob man die breite Masse der Bevölkerung trotz weitestgehend unpolitischer Spielpläne abgehängt habe. Das Sinfonieorchester der Deutschen Oper Berlin setzt derweil ein Zeichen, und das Theater um das Theater Frankfurt nähert sich dem Ende.

Wochenrückblick #3/20

Ausgezeichnete Frauen, randalierende Männer

Was war in dieser Woche los? Ein Bierglas flog einem Schauspieler fast an den Kopf, Schüsse wurden auf ein Bürgerbüro abgegeben - im ersten Fall wissen wir, dass es Rechte waren, im zweiten wird es vermutet. Deutsche Männergruppen, die ihr Testosteron nicht im Griff haben, gehören offenbar immer mehr zum deutschen Alltag. Wer auf der anderen Seite immer wieder gegen die zum geflügelten Wort gewordene „toxische Männlichkeit“ anschreibt, ist Sibylle Berg, die in dieser Woche die dritte Auszeichnung in Folge erhält.

Wochenrückblick #2/20

Mehr Geld, weniger Pomp, mehr Frauen, mehr Gewissen

In der zweiten Woche ist das neue Jahr schon nicht mehr jung, Vorsätze werden schon relativiert, Fitness-Studios leeren sich wieder. Auch in den Nachrichten kehrt Alltag ein und die Theaterwelt atmet durch, nach Weihnachtsmärchen und Silvestergalavorstellungen. Fleißig und hartnäckig bleiben Gerichte und Parlamente – manchmal auch nicht zum Besten von Demokratie und Freiheit. Und im Berner Oberland erwacht das moralische Gewissen.

Wochenrückblick #1/20

Nachholbedarf

Ein neues Jahr hat begonnen und in der Presse finden wir unter dem Stichwort "Theater" neben Kritiken zu Silvesterpremieren und -konzerten auch Neuigkeiten aus dem Bereich Kulturpolitik. Den umfangreichsten Teil dieses Wochenrückblicks nimmt jedoch ein Kommentar zu einem Skandal ein, der uns in der Vorweihnachtszeit wie auch im ganzen restlichen Jahr völlig unter den Tisch gefallen ist – der Grund dafür ist Teil des Problems.

Wochenrückblick #52/19

Rückblicke, Resümees und ein unverstandener Streik

Während es an den Feiertagen auf den deutschsprachigen Bühnen traditionell eher unpolitisch zugeht und sich Musical an Komödie an Klassiker reiht, gelten die Weihnachtstage den Feuilletonspalten als die Zeit der besinnlichen Interviews. Da auch hinter den Bühnen nicht viel passiert ist, haben wir im heutigen Wochenrückblick eine Auswahl an interessanten Gesprächen und Rückblicken zusammengestellt.

Wochenrückblick #51/19

Kultur verlängert das Leben

Kurz bevor die Chanukka-Kerzen angezündet werden, in der Krippe das Christkind zum Leben erwacht und unter den Weihnachtsbäumen der Konsumterror ausbricht, richtet sich unser Blick auf das Alter(n), auf Musikschulen, Verbandsstrukturen und Karrieren.

Wochenrückblick #50/19

Kulturelle Gleichschaltung in Ungarn?

In Ungarn wurde trotz Protesten und Online-Petition jenes umstrittene Gesetz zur Zentralisierung der Kulturlandschaft verabschiedet. In Darmstadt wird der Geschäftsführer suspendiert. Ansonsten dreht sich das Intendantenkarussell und es gibt an einigen Theatern mehr Geld.

Wochenrückblick #49/19

Von Skandalen und anderen Männlichkeiten

Die Woche begann spektakulär und blieb es bis zum Schluss. In der Schweiz entwickeln sich österreichische Zustände, Deutschland debattiert über die neueste Aktion des Zentrum für politische Schönheit und nebenher darf auch aus der Schmuddelecke "sexuelles Fehlverhalten" alter und gar nicht so alter Männer berichtet werden.

Wochenrückblick #48/19

Hurra, Hurra, die Kultur ist wieder da!

Kleider machen Leute, sagt man. Namen offenbar Ministerien (oder EU-Kommissariate). Die Klimadebatte macht es sich nun auch im Diskurs der Kulturbranche (un)gemütlich. Außerdem haben wir im Wochenrückblick: Lecks in Haushalt und in Sprinkleranlagen, Gewinner*innen von Kulturpreisen, Verlierer*innen aus der Kulturpolitik und ein rüstiges Geburtstagskind...

Wochenrückblick #47/19

Wasserstandsmeldung

Wenn ganze Städte samt ihren Theatern absaufen, wenn Fördergelder nur noch bei politischer Opportunität fließen, wenn Kostenschätzungen für Kulturbauten die Milliardengrenze sprengen, dann ist es Zeit für eine Wasserstandsmeldung.

Wochenrückblick #46/19

2.300 € Mindestgage in Hessen

So viele positive Meldungen in einer Woche, in der der Faust auf gutes Theater in der Fläche aufmerksam macht, nachhaltig investiert und gebaut wird. Aber ohne Wermutstropfen geht es eben doch nicht, denn manchmal scheint es, als gäbe es für den teuersten Kulturbau, den uneinsichtigsten Verehrer/Kollegen und den verbohrtesten Politiker mit großem Ruhm und Ehre verbundene Sonderpreise.

Wochenrückblick #45/19

Wunsch und Wirklichkeit

Diese Woche waren vor allem zahlreiche Diskussionen über die geplante Sanierung der Staatsoper Stuttgart zu hören. Es sind jedoch durchaus auch noch andere Dinge passiert. Ein Thema, das sich durch diese Woche zog, war in jedem Fall die Kluft zwischen Plan und Realität.

Wochenrückblick #44/19

Landestheater Niederbayern vor dem Aus?

Eher ruhig ist man im Theater vom Oktober in den November geglitten - es sei denn, man lebt in Niederbayern. Dort hat sich - ähnlich wie in Augsburg - die Stadt Landshut bei den Kosten verkalkuliert. Und nun wird plötzlich die Sanierung von Schulen gegen die des Theaters in Stellung gebracht.

Wochenrückblick #43/19

Es riecht so gut...

Was man alles mit der Nase erspüren kann, wonach es gerochen hat in der vergangenen Woche? Nach Europa und politischem Bekenntnis, nach Beständigkeit im statistischen Staub, keinesfalls nach Reue in München - und nach Sandel in Baden-Baden.

Wochenrückblick #42/19

Wegschauen, Castorf: FRAUEN!

Frauenfußball interessiere ihn nicht, Frauen in der Regie auch nicht, ließ Frank Castorf einst verlauten. Dann schaut er jetzt besser weg: Regisseurin Andrea Breth erhält einen Nestroy für ihr Lebenswerk. Und auch ansonsten wurden in der letzten Woche viele Frauen für ihre künstlerischen Leistungen geehrt. Und Tor!

Wochenrückblick #41/19

Kulturkampf von Rechts, Machtkampf von Innen

Dass AfD und Konsorten in den letzten Monaten immer wieder versucht haben, deutsche Theater mundtot zu machen, ist hinlänglich bekannt. So geschehen auch Ende März dieses Jahres im sächsischen Freiberg: Dort wurde eine Diskussionsveranstaltung im Theater auf Druck der AfD kurzfristig ins Rathaus verlegt, um die „politische Neutralität“ der Kultureinrichtung zu wahren. Jetzt legt die AfD-Fraktion im Stadtrat nach. Außerdem haben wir Literaturempfehlungen und teilerfolgreiche soziale Experimente im Programm.

Wochenrückblick #40/19

Sabbaticals und aufhören, wenn es am schönsten ist

Das Theater verändert sich, langsam aber sicher: Doppelspitzen, Sabbaticals von Leiterinnen, und dann geht gar eine, "wenn es am schönsten ist" - auch, um andere Perspektiven zu ermöglichen. Da tut sich doch was im feudalen System! Oder?

Wochenrückblick #39/19

Die eigenen Reihen hinterfragen

Da beklagt man sich im vorletzten Wochenrückblick einmal über den Mangel an gesellschaftspolitischer Sichtbarkeit von Theater- und Filmschaffenden jenseits ihrer jeweiligen Bühnen, und kaum zwei Wochen später sind die Nachrichtenportale prall gefüllt mit flammenden Reden, spannenden Thesen und Skandalen. Was diese Woche wieder einmal schmerzhaft deutlich wird: Wir sind nicht alle auf der gleichen Seite und von manchen Vertreter*innen des eigenen Berufsstandes möchte man sich vehement distanzieren.