KIBA / Theater an der Rott

"Wir halten den Team-Gedanken hoch"

05.08.2019

Dr. Uwe Lohr, Foto: (c)Sebastian Hoffmann

Dr. Uwe Lohr, Foto: (c)Sebastian Hoffmann

Uwe Lohr, Intendant am Theater an der Rott, verrät Rebecca Thoß vom Jungen Ensemble-Netzwerk, worauf er bei Bewerbungen von künstlerischen Solist*innen achtet und was ihm in der Zusammenarbeit wichtig ist.

Gibt es in der kommenden Spielzeit freie Vakanzen?
Nur in Bezug auf Gastverträge im Musiktheater-Bereich.

Was zahlen Sie Berufsanfänger*innen?
2.000 €, also die momentane Mindestgage. Wir befinden uns aber in Verhandlungen mit unserem Träger, damit wir das in den nächsten Jahren schrittweise erhöhen können.

Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen um?
Ich sehe mir alle Bewerbungen an. Nicht alle werden immer sofort beantwortet, meistens bearbeite und beantworte ich schubweise 20-30 Bewerbungen. Je nachdem, für welchen Bereich unseres Theaters Sie in Frage kommen, lasse ich dann den Spartenleitern die Informationen zukommen.

Wie soll die Bewerbung aussehen (Anschreiben, Fotos, welches Format...)?
Ich bevorzuge digitale Bewerbungen per E-Mail.  Aus dem Anschreiben möchte ich herauslesen können, warum sich diejenige/derjenige für uns interessiert und nicht das Gefühl haben, das ist jetzt eine Copy-and-paste-Geschichte.
Das Foto ist für mich eine Information, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, und kein Kriterium. Fotos sollten authentisch sein, also der Realität und dem Typen der jeweiligen Person entsprechen und nicht mit Photoshop bearbeitet werden.

Nach welchem Zeitraum würden Sie sagen, ist es angemessen, nach der Bewerbung nachzufragen?
Ich würde meinen, nach einem Monat nachzufragen, ist absolut legitim.

Wann finden Vorsprechen statt?
Relativ verteilt und je nachedem, ob Gastvakanz oder Ensemblestelle. Erste Termine finden ab Oktober statt, Vorsprechen für Gastverträge momentan bis in den Juni hinein. Wir versuchen, möglichst viele Termine anzubieten. Wir versuchen auch, uns beim Vorsprechen viel Zeit zu nehmen, auf jeden Fall mindestens eine Dreiviertelstunde für jeden. Neben dem eigentlichen Vorsprechen ist mir ein ausführliches Kennenlern-Gespräch sehr wichtig.

Gibt es Ausschlusskriterien?
Nein, erstmal nicht. Ob die Ausbildung privat oder staatlich ist, ist für mich überhaupt kein Kriterium. Es muss ja nicht nur das Fachliche stimmen, es muss auch menschlich passen.
Wir halten den Team-Gedanken hoch und versuchen dementsprechend, ein Team im Ensemble zu bilden.

Was wünschen Sie sich? Was nicht?
Ich mag es nicht, wenn im Anschreiben der Name des Theaters falsch geschrieben ist, oder wie auch schon passiert, ich darin mit falschem Namen angesprochen werde. Oder wenn der Name des Theaters im ersten Absatz zwar richtig geschrieben wird, im zweiten Absatz dann aber ein anderes Theater auftaucht. Derartige Bewerbungen kann ich nicht ernst nehmen.
In Bezug aufs Vorsprechen stört mich insbesondere beim Musiktheater-/Musical-Bereich, dass den Kolleginnen anscheinend immer noch mitgegeben wird, eher in hohen Absätzen und Kleidern bzw. Röcken vorzusprechen/vorzusingen. Ich brauche keine Absätze auf der Bühne, ich möchte Menschen, die sich wohlfühlen, sich ihren ausgewählten Rollen nach bewegen können, die mir ganz einfach zeigen können, was sie drauf haben.

Rebecca Thoß

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