Wochenrückblick #49

Adventswunder

09.12.2018

Wunderbaum (c) Alexander von Nell

Wunderbaum (c) Alexander von Nell

Kann das sein? Immer wieder Hölle in Halle? In Linz das Theater ohne städtische Unterstützung? In Baden-Baden weiß man jetzt schon, dass sich Daniele Gatti an Ostern nicht wohlfühlen wird? Gibt es Adventswunder? Nein! Aber einen Wochenrückblick, der all das und mehr noch klärt.

In Halle – man mag es gar nicht hören – wird das Theater die Hölle nicht los. Inzwischen haben die Intendanten Florian Lutz (Oper) und Matthias Brenner (Schauspiel) ihre Zukunft in der Stadt an den Verbleib des Geschäftsführers der TOOH GmbH Stefan Rosinski geknüpft. In einem Schreiben an den Verwaltungsrat legen Brenner und Lutz dar, dass unter den gegebenen Umständen eine positive Entwicklung der künstlerischen Sparten an den Bühnen Halle aus ihrer Sicht nicht möglich sei. Die Arbeit des Geschäftsführers werde als spaltend, unkollegial bis destruktiv wahrgenommen. Nun hat sich der Oberbürgermeister in den Streit eingeschaltet und will prüfen, ob die Konstruktion der Bühnen Halle als GmbH geeignet und die Form der Führung noch zeitgemäß sei. Das Thema wird uns also auch über den Jahreswechsel begleiten. Der MDR berichtet
 
Wie erwartet - befürchtet trifft es vielleicht besser - hat der Gemeinderat Linz den Ausstieg aus dem Theatervertrag mit dem Land Oberösterreich beschlossen und tritt damit aus der Finanzierung des Landestheaters Linz aus. Argumentiert wird dies mit einer Schieflage der Finanzströme zwischen Stadt und Land. Die Grüne Stadträtin Eva Schobesberger sprach hingegen von einem "katastrophalen kulturpolitischen Signal" und von einem "unwürdigen" Schritt. Zufrieden hingegen der SPÖ Bürgermeister genauso wie der Vize der FPÖ, Detlef Wimmer, der betonte, seine Partei stehe für "Klarheit, Konsequenz und Kosteneffizienz". Sind das die neuen drei K der Kulturpolitik? Die Presse hat die Details
 
Der italienische Dirigent Daniele Gatti hat seine Mitwirkung bei den Osterfestspielen Baden-Baden 2019 abgesagt. Das teilten die Berliner Philharmoniker am Freitag mit. Das Festspielhaus nannte "gesundheitliche Gründe" für Gattis Absage. Der Dirigent war zuvor als Chefdirigent des Concertgebouw entlassen worden, weil Musikerinnen ihm unangemessenes Verhalten vorwarfen - das Verfahren läuft noch. Ob das die "gesundheitlichen Gründe" sind? Ein Schelm, der so etwas denkt! Die Südwest Presse meldet
 
Und das passt – leider! - auch in diesen Themenkomplex: Die Kulturmanagerin und Festspielleiterin Nike Wagner verteidigte in der vergangenen Woche den rechtskräftig verurteilten Ex-Präsidenten der Münchner Musikhochschule, Siegfried Mauser. Sprach von einer „böswilligen Intrige“ und schwärmte von einem „exzellenten Musiker und wunderbaren Vermittler von Musik“. Bernd Redemann, derzeitiger Hochschulpräsident, sieht das anders und distanziert sich deutlich in einem offenen Brief. BR Klassik mit Hintergründen
 
Doch, die Woche brachte auch gute Neuigkeiten: In Nordrhein-Westfalen wurde das Programm „Neue Wege“ aufgelegt. Mit 25 Millionen Euro an zusätzlichen Subventionen für Kommunale Theater und Orchester soll es bei der Realisierung von Ideen sowie bei der Weiterentwicklung vorhandener Schwerpunkte helfen. Es soll damit eine "langfristige Chance für neue Ansätze in der Kunst" geschaffen werden, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Die Aachener Zeitung freut sich

Karrieren
Das Dirigent*innen-Karussell dreht sich wieder:
Michael Francis wurde als neuer Chefdirigent der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (mehr beim SWR) und Oksana Lyniv verlängert nicht in Graz, ihr folgt der derzeitige GMD des Theaters Coburg, Roland Kluttig, nach. Der Standard ist dafür Quelle

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