Wochenrückblick #21/19

Anfang und Ende

25.05.2019

Ian McKellen 2013, Foto: Gage Skidmore [CC BY-SA 2.0]

Ian McKellen 2013, Foto: Gage Skidmore [CC BY-SA 2.0]

Festivals werden beendet und eröffnet, Intendantinnen und Intendanten kommen, gehen und bleiben. Der heutige Wochenrückblick steht ganz im Zeichen von Anfängen und Abschlüssen.

Das 56. Berliner Theatertreffen ist vorbei – und die Medien schweigen. Während im Vorfeld in erster Linie die Einführung der Frauenquote und die Burning Issues-Konferenz für Aufsehen sorgten, fällt das künstlerische Fazit eher verhalten aus, der SWR sprach gar von einem "Tiefpunkt in der Geschichte der Theatertreffen". Ein etwas umfassenderes schriftliches Fazit gibt’s vom rbb, einen Rückblick auf die Burning Issues-Konferenz von der Berliner Zeitung und im Deutschlandfunk.

Setzen wir unsere Hoffnung stattdessen lieber auf die 10. Autorentheatertage, die in dieser Woche – ebenfalls in Berlin – eröffnet wurden. Diese führen keine Frauenquote ein, gendern ihren Namen nach wie vor nicht und setzen ihren thematischen Schwerpunkt auch nicht auf Geschlechterverhältnisse, sondern auf osteuropäische Stücke; trotzdem stammen diese ausschließlich von Männern, während die gezeigten Uraufführungen ausschließlich von Frauen stammen. Ob sich das künstlerisch auswirkt, wird sich nach Ende des Festivals herausgestellt haben; bis dahin gibt der rbb eine umfassende Vorausschau auf das Programm.

Wir bleiben noch einen Moment lang in Berlin: Am Freitag wurde vom Fonds Darstellende Künste im Theater Hebbel am Ufer der hoch dotierte Tabori-Preis an das Theaterkollektiv Monster Truck verliehen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Seit MeToo reagiert die deutsche Theaterlandschaft zunehmend sensibilisiert auf Missbrauch von Macht und Status. Nun hat Anselm Weber, der Intendant des Frankfurter Schauspiels, in der FAZ Partei für seine Mitarbeiter und gegen den umstrittenen Regisseur Ulrich Rascher ergriffen, welcher aufgrund seines destruktiven Verhaltens nicht mehr am Haus inszenieren werde. Die Debatte um den internen Umgang in deutschen Theaterbetrieben hat erst begonnen und ist noch lange nicht abgeschlossen.

 

Menschen

Julia Wissert ist offiziell als neue Intendantin des Dortmunder Schauspiels bestätigt, wie auf kulturport.de zu lesen, und wird damit die bislang jüngste Intendantin Deutschlands.

Eine junge künstlerische Leitung bekommt mit Sven Graf auch das Teo-Otto-Theater in Remscheid, wie auf RP Online zu lesen.

Auch beim SWR findet ein Intendantenwechsel statt; wie die FAZ berichtet, übernimmt hier Kai Gniffke.

Jedoch kommen nicht nur neue Intendanten, sondern es bleiben nun offiziell auch einige alte. So endete die bislang erfolglose Intendantensuche am Schauspiel Köln laut n-tv mit dem pragmatischen Lösungsvorschlag, Stefan Bachmanns Vertrag um zwei weitere Jahre zu verlängern.

Auch Insa Pijanka soll trotz Streitigkeiten um ihre Person nun offiziell Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie bleiben; diese Information soll uns in diesem Fall auch ohne Verlinkung genügen, da zu diesem Thema ausschließlich kostenpflichtige Artikel verfügbar sind.

Wir schließen den Wochenrückblick mit Sir Ian McKellen: Dieser feiert heute seinen 80. Geburtstag und die Süddeutsche Zeitung berichtet zu diesem Anlass. Herzlichen Glückwunsch auch von uns!

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