Wochenrückblick #34

Auflösungserscheinungen

25.08.2018

Michigan USA (Foto via Wikipedia)

Wenn die Werkstätten brennen (wie in Eisenach), Karten für nicht existente Theatervorstellungen online verkauft werden oder gleich im Streamingabo digital nach Hause kommen, wenn Supermärkte in Theaterfoyers einziehen, dann kann das nur das Ende des Theaters bedeuten. Oder?

Oder auch nicht. Das Theater ist tot! Es lebe das Theater!
Mit diesem Spruch auf den Lippen starten wir mit einigen Hindernissen in die neue Spielzeit:

Theater Eisenach: Brand zerstört Kostümfundus und Werkstätten
Der Dachstuhl ausgebrannt, Kostüm- und Requisitenfundus entweder Opfer der Flammen oder mit Löschwasserschaden. Verletzt wurde zwar niemand, aber die Arbeit kann in den Räumen der Theater Eisenach so schnell nicht wieder aufgenommen werden. Der Theaterleiter Andris Plucis hofft nun auf einen funktionaleren Neubau. Bilder und mehr Informationen in diesem WDR-Beitrag.
 
Online Ticketkäufe mit Hindernissen I

Jedes Theater will seine Karten los werden. Für das Staatstheater Braunschweig wurden über die Onlineplattform viagogo.de jetzt sogar Tickets verkauft für Vorstellungen, die das Staatstheater gar nicht angesetzt hatte. Nämlich für nicht existierende Carmen-Vorstellungen auf dem Burgplatz. Das Theater erwägt nun rechtliche Schritte und verwies auf seine eigene Homepage sowie den Ticketverkauf über seinen Partner eventim.

Online Ticketkäufe mit Hindernissen II
Der gleiche Shop eventim, der in dieser Woche per BGH-Urteil dazu verdonnert wurde, seine Gebühr von 2,50€ fürs Selberausdrucken der Tickets durch seine Kunden abzuschaffen. Nachdem bereits 2016 das Landesgericht Bremen in diesem Sinne geurteilt hatte, bestätigte der Bundesgerichtshof nun die Entscheidung. Auch verboten hat das Gericht, 29,90€ als Gebühr für den Versand eines einfachen Briefes zu berechnen. Ausführlicheres hier.
 
USA: Theater jetzt im Videostreaming
Stage heißt der Streamingdienst, den Broadway-Produzent Rich Affannato exklusiv für Theater-Produktionen gelauncht hat (hier das Video). Neben den Theater-Vorstellungen sollen auch Dokumentationen zu theaternahen Themen und Schauspieler-Interviews on demand abrufbar sein. Bisher noch auf US-Inhalte beschränkt!
 
Personen
Der Bühnenbildner Joachim Griep ist verstorben. Bis 1989 arbeitete er  als Bühnen- und Kostümbildner in Stralsund, danach deutschlandweit. Hier mehr zu ihm.
 
Karriere
Theater Basel: Benedikt von Peter wird neuer Intendant

Vom Theater Luzern kommend wird von Peter das Theater Basel zur Spielzeit 20/21 übernehmen. Die NZZ spricht schon mal von einem „Glücksfall für Basel“ und bescheinigt dem 41-jährigen „eine integrative Persönlichkeit, die durch ihre spartenübergreifende Öffnung des Stadttheaters und durch ihre Nähe zum Publikum in Luzern für breiten Zuspruch und für volle Kassen sorgte“. Wir wünschen viel Erfolg!
 
Und was ist jetzt mit dem Supermarkt im Theaterfoyer? Der stellt sich in Wiesbaden als kuratorischer Kunstgriff heraus, der um die Konfrontation von Gegensätzen zu drehen scheint. Aber wäre es nicht auch ein bisschen schön gewesen? So jedenfalls schafft es das Theater in die Bild
 

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