Wochenrückblick #34/19

Befragt, verleumdet, ausgezeichnet

24.08.2019

Adolphe Binder, Foto: Joakim Roos [CC BY 3.0]

Adolphe Binder, Foto: Joakim Roos [CC BY 3.0]

Am Dienstag hat das Landgericht Düsseldorf in zweiter Instanz bestätigt: Die Kündigung von Adolphe Binder als Intendantin des Wuppertaler Tanztheaters im vergangenen Jahr ist unwirksam. Je länger das Verfahren lief, desto mehr Details kamen zutage, die die Stadt Wuppertal in keinem guten Licht erscheinen lassen.

Adolphe Binder ist auch in zweiter Instanz nach wie vor amtierende Intendantin des Wuppertaler Tanztheaters – ungeachtet der Zerwürfnisse, ungeachtet der Tatsache, dass unmittelbar nach ihrer (unwirksamen) Kündigung ein neues Leitungsteam installiert wurde. Die Bestätigung des Urteils wirft kein gutes Licht auf die lokale Kulturpolitik: Je mehr Einzelheiten des Falls öffentlich besprochen werden, desto offensichtlicher scheint eine gezielte Rufmordkampagne gegen Binder. Die Süddeutsche Zeitung gibt einen Überblick.

Wie bereits in unserem letzten Wochenrückblick in Aussicht gestellt, hat der mdr Kultur in der vergangenen Woche schrittweise die Ergebnisse seiner großen Intendantinnenbefragung unter dem Titel „Wozu das Theater?“ veröffentlicht. Es geht unter anderem um die gesellschaftlichen Aufgaben von Theater, Eintrittspreise und Bürgerbühnen; auf der Homepage von mdr Kultur finden sich zahlreiche Videos und Artikel zum Thema. Eine Zusammenfassung aller Ergebnisse als PDF ist ebenfalls zu finden.

Während in Mitteldeutschland die Lage umfangreich rekapituliert wird, hat in Berlin das Maxim Gorki Theater eine dritte Spielstätte eröffnet. Der sogenannte Container wurde in der vergangenen Woche eingeweiht und soll bis Ende 2020 mit Premieren und Repertoirestücken bespielt werden, wie der Deutschlandfunk berichtet.

Die Fachzeitschrift tanz hat derweil im Rahmen ihrer Kritikerumfrage 2019 Auszeichnungen für Ballettkompanien und -tänzer vergeben. Zum Tänzer des Jahres wurden dabei Jan Casier und Friedemann Vogel gekürt, so die Stuttgarter Zeitung; Kompanie des Jahres wurde das Zürcher Ballett, wie die Neue Zürcher Zeitung weiß.

 

Menschen

Auch in der Rubrik Menschen gibt es einiges über Preise und Auszeichnungen zu berichten. So erhielt Nina Hoss im Rahmen des Hamburger Filmfests den renommierten Douglas Sirk-Preis, wie der NDR berichtet.

Mit dem Götz George-Preis, der vor allem ältere Schauspielerinnen und Schauspieler würdigen soll, wurde Margit Carstensen ausgezeichnet, so die Süddeutsche Zeitung.

Der Boy Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler an Hamburger Bühnen geht derweil an Merlin Sandmeyer, wie wir über den Deutschlandfunk erfahren.

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