Wochenrückblick #1/19

Das ändert sich im Neuen Jahr

08.01.2019

2019 - Foto: Sören Fenner

2019 - Foto: Sören Fenner

Der Jahreswechsel bringt für Theaterleute einige Änderungen mit sich. Zum Beispiel können sich geringverdienende Selbstständige, die nicht in der KSK sind, über hohe Einsparungen bei ihren Krankenkassen-Beiträgen freuen. Und der Mindestlohn ist erneut gestiegen.

Das ändert sich in 2019:

MINDESTLOHN - Der Mindestlohn steigt in Deutschland um fast 4% von 8,84 Euro (2018) auf nun 9,19 Euro. In einem Jahr, zum 1.1.2020, steigt er dann weiter auf 9,35 Euro.

TEILZEIT - Arbeitnehmer*innen in Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten können ihre Arbeitszeit für 1-5 Jahre verringern und danach zur Vollzeit zurückkehren. Gut gegen Burnout, für Kinderbetreuung oder zur Familienpflege. Bedingung: Sie müssen mindestens seit einem halben Jahr im Betrieb sein.

KRANKENVERSICHERUNG (KV) - Arbeitgeber*innen müssen ab 2019 wieder die Hälfte des KV-Beitrags für ihre Arbeitnehmer*innen bezahlen. Nach Schätzungen spart das Arbeitnehmer*innen und Rentner*innen 7 Milliarden Euro - pro Jahr.
Geringverdienende Selbstständige zahlen nur noch die Hälfte an Beiträgen. Sie mussten bislang unverhältnismäßig hohe Krankenkassenbeiträge aufbringen, denn die Krankenkassen setzten bislang bei ihnen ein fiktives Monatsgehalt von 2.284 Euro an. Das ändert sich nun: Ab 2019 wird dieses fiktive Mindesteinkommen auf 1.038,33 Euro/Monat gesenkt. Das wirkt sich auf die KV-Beiträge aus, sie halbieren sich: Es ergibt sich ein monatlicher Minimalbeitrag von ca. 155 Euro für die KV für gering verdienende Selbständige.

ANDERE BEITRÄGE - Die Pflegeversicherung wird teurer: Beitragszahler*innen ohne Kinder müssen nun 3,3% bezahlen, mit Kindern liegt der Beitrag bei 3,05% - insgesamt 0,5% mehr als 2018. Allerdings sinkt gleichzeitig der Arbeitslosenbeitrag um 0,5%.

STEUER - Der Grundfreibetrag für Ledige erhöht sich von 9.000 Euro auf 9.168 Euro, für Verheiratete von 18.000 auf 18.336 Euro. Auch die Kinderfreibeträge werden erhöht: Um 96 Euro auf 2.490 Euro pro Kind und Elternteil, der Freibetrag für den "Erziehungsbedarf" bleibt allerdings gleich. Insgesamt macht das dann einen Kinderfreibetrag pro Kind und Elternpaar von 7.620 Euro.

WAS NOCH - Jobtickets werden steuerfrei, mehr Zeit für die Steuererklärung, mehr Geld für Rentner*innen, Kostenlose Kitas für Geringverdiener*innen

Menschen

Maria Magdalena Ludewig ist gestorben. Laut Trauernachricht des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden wurde sie auf Fuerteventura von einer Atlantikwelle überrascht und auf das offene Meer gezogen. Ludewig, 1982 in Lübeck geboren, leitete zuletzt gemeinsam mit Martin Hammer als Kuratorin die Wiesbadener Biennale. Wie Amelie Deuflhard, die Leiterin von Kampnagel schrieb, verlieren wir mit ihr "eines der ganz großen Talente als Theatermacherin, eine die Dinge umstürzen, verändern und neu erfinden wollte". Mehr bei nachtkritik

In vielen Freien Theatern und kleinen Privattheatern gibt es ein Generations-Problem: Die Gründungsmitglieder sind im Rentenalter, ein Leitungswechsel müsste her. Das ist aber oft nicht einfach, weil diese Theater sehr auf ihre Gründer*innen zugeschnitten sind.
Am Theater an der Glocksee ist dieser Generationswechsel nun geglückt: Mit Lena Kußmann und Jonas Vietzke übernehmen zwei "erfahrene" Glockseer das Haus: Sie sind bereits seit 2012 in die Künstlerische Leitung eingebunden. Milena Fischer-Hartmann komplettiert das neue Trio. So kann Gründungsmitglied Helga Lauenstein den Staffelstab übergeben. Sie bleibt dem Haus als Schauspielerin erhalten.

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