Wochenrückblick #2/19

Fängt doch gut an

13.01.2019

Foto: Hackercatxxy [CC BY-SA 4.0]

Foto: Hackercatxxy [CC BY-SA 4.0]

Brandenburg macht von sich reden - positiv, denn es gibt mehr Geld. Die Plauen-Zwickauer Theaterehe scheint zu halten und für die kulturelle Teilhabe kann man ruhig auch einmal eine wortgewaltige Lanze brechen.

Dirk Kaftan, Chefdirigent des Beethoven Orchesters in Bonn, offenbarte bei einem Empfang der Stadt, dass das Wort „Hochkultur“ bei ihm eine „Art Würgereiz“ verursachen würde. Gerade bei Debatten in finanzgebeutelten Kommunen wird dieses Schlagwort eingesetzt, um kulturelle Angebote gegen solche der sportlichen oder sozialen Infrastruktur auszuspielen. „Subventionen dienten keiner elitären Oberschicht, sondern sicherten die Freiheit aller, an Kultur teilzuhaben“, so der Dirigent weiter. Mehr im Generalanzeiger

Immerhin schwenken immer mehr Bundesländer auf diesen Kurs ein und erhöhen ihre Kulturzuwendungen, um den Alltag von Künstler*innen auf eine bessere finanzielle Basis zu stellen: Der Brandenburgische Landtag hat Ende des letzten Jahres bereits finanzielle Mindeststandards für freie Musiker*innen beschlossen, nun folgt eine Neuordnung des Finanzierungsschlüssels für alle Theater und Orchester, demzufolge das Land selbst 50% der Finanzierung übernimmt und somit bis 2022 zusätzliche 55 Millionen in die Kulturförderung fließen. Die NMZ hat alle Daten.
 
Dass mehr Geld auch zu mehr Streit führen kann, hat das fusionierte Theater Plauen-Zwickau Ende vergangenen Jahres eindrucksvoll gezeigt. Nun scheint aber im Kampf um Einfluss und Aufsichtsratssitze ein Kompromiss gefunden – wodurch die Zukunft und der Abruf der neuen sächsischen Kulturpaktmittel vorerst gesichert scheint. Die Freie Presse ist noch ein wenig skeptisch.

Apropos Hochkultur: Seit zwei Jahren kann jede Frau und jeder Mann die Plaza der einstmals als Millionengrab geschimpften, inzwischen als Wahrzeichen der Stadt akzeptierten - und sprachlich grässlich verniedlichten - „Elphi“ besuchen. Der Konzertbesuch allerdings ist dank nahezu 100% Auslastung nach wie vor nicht ganz einfach zu bewerkstelligen – und dass der Glanz des Jubiläums die alltäglichen Probleme der Musiker*innen (vulgo fehlende Probenmöglichkeiten in der Stadt) lieber nicht überstrahlen sollte, darauf verweist die SZ
 
Karrieren
 
Kay Voges beendet seinen Vertrag am Theater Dortmund mit der Spielzeit 19/20 und steht dann für neue Aufgaben zur Verfügung. „Wenn ich noch einmal als Intendant arbeite, dann muss es ein großes Haus sein“, lässt er sich zitieren. Welche Häuser sind da noch einmal frei? Die Ruhrnachrichten melden
 
Neben Intendant Sven Müller wird Malte Bähr, derzeit bei der Heinrich-Böll-Stiftung tätig,  kaufmännischer Geschäftsführer der Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz. Musik heute informiert

Das Theater Bielefeld hat die Nachfolge der scheidenden Operndirektorin Sabine Schweitzer geregelt. Nadja Loschky übernimmt die künstlerische Leitung des Musiktheaters, während Jón Philipp von Linden zum künstlerischen Leiter im Bereich Musical ernannt wurde, meldet das Theater via Pressemitteilung (Download).


Menschen

Theo Adam, der legendäre Holländer, Wotan und Hans Sachs aus Dresden, verstarb 92jährig. Die FAZ schreibt einen Nachruf.

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