Wochenrückblick #18/19

Frauen.

04.05.2019

Foto: Haeferl [CC BY-SA 3.0]

Foto: Haeferl [CC BY-SA 3.0]

Schmacht. Aber es geht auch noch um anderes im aktuellen Wochenrückblick. Bitte nicht? Verständliche Forderung, liest sich allein die Ankündigung dieses Anderen im Vergleich doch äußerst dröge. Aber das Andere ist nicht dröge. Überzeugt Euch selbst und lest nach der ersten Meldung einfach weiter.

2020-2021: Der Zeitraum, in dem es beim Berliner Theatertreffen eine Quote geben wird. Mindestens die Hälfte der von der Jury ausgewählten „10 bemerkenswertesten Inszenierungen“ sollen von Frauen geleitet werden. Dazu zählen auch Regiekollektive, die größtenteils aus weiblichen Mitgliedern bestehen. Die Entscheidung sorgt sowohl für Zustimmung wie auch für Kritik: In der FAZ etwa schreibt Simon Strauss, dass es mal wieder nicht um Qualität in der Kunst gehen solle, sondern das Augenmerk auf andere Dinge gelenkt werden solle, um von „dramaturgische[r] Schwäche und formale[r] Konventionalität abzulenken“ (er vertritt hiermit übrigens eine Position, die Wesley Morris in der New York Times in seinem lesenswerten Essay „The Morality Wars“ schon 2018 einnahm); Ulrich Seidler immerhin meint in der Berliner Zeitung, dass dadurch die Jury dazu gebracht würde, „vorübergehend den Blick etwas zu verschieben“ und äußert Neugierde, was somit eventuell entdeckt würde. Mehr Infos auf der Homepage der Berliner Festspiele.

Das Staatstheater Braunschweig darf aufschreien (vor Jubel) jetzt: Die Fachzeitschrift Theater der Zeit verlieh ihm den diesjährigen Martin-Linzer-Preis, seit 2017 vorhanden zur Würdigung „ein[es] Ensemble[s] oder eine[r] freie[n] Gruppe aus dem deutschsprachigen Raum für herausragende künstlerische Leistung“. Möglicher Anlass aber zur Rückkehr des Schweigens: Der Preis ist undotiert. Mehr auf der Homepage des Magazins.

„Theater mit Zukunft III“: Ein bereits letztes Jahr verabschiedetes Finanzierungskonzept für die beiden Theaterstandorte Krefeld und Mönchengladbach. Aktuell sind finanzielle Probleme dort: „Trotz einer Steigerung der Gesamterlöse von 32,4 auf 33,4 Millionen Euro, hinken die beiden Spielstätten den Wirtschaftsplanungen hinterher.“, weiß die Westdeutsche Zeitung und setzt, wie man sah, ein falsches Komma. Die Zahl der Besucher der beiden Standorte habe sich um 11.000 verringert im Vergleich zu Geschäftsjahr 2015/16; Grund sei eventuell eine Reaktion auf diverse Baumaßnahmen. Immerhin gab es aber für dieses Jahr 27 Millionen Euro Zuschuss von den beiden Städten; 1 Million mehr als davor. Der Fortbestand der Theatergemeinschaft ist sicher, aufgrund von Sanierungen und neuer Theatertechnik werden zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.

Ein Architektenwettbewerb soll Lösungen finden für das Römische Theater in Mainz: Zuwege, Sitzreihen. Doch auch die BürgerInnen sollen am mehrstufigen Prozess für die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes beteiligt werden. rtl.de weiß mehr.

Die Deutsche Oper am Rhein zeigt eine Ausstellung zu europäischen Bühnenbauten der jüngeren Vergangenheit, auch hier mit dem Wunsch nach Bürgerbeteiligung: Die Neubau- bzw. Sanierungsdebatte zum Düsseldorfer Opernhaus soll nicht komplett an den nicht direkt involvierten Menschen vorbei gehen. Einzelheiten auf der Seite der Stadt Düsseldorf.

Anklam, Vorpommersche Landesbühne: Jetzt geleitet von Martin Schneider! Der 1983 geborene Schauspieler und Regisseur hatte zuvor auch schon die „Barther Boddenbühne“ geleitet und löst Wolfgang Bordel ab, der 36 Jahre lang die Landesbühne leitete. „Gerechte Löhne“ seien aber leider weiterhin nicht drin, berichtet Nachtkritik.

Das Performance-Kollektiv Monster Truck erhält den diesjährigen Tabori-Preis, verliehen vom Fonds Darstellende Künste. Zwei weitere Auszeichnungen werden gegeben werden an die Ben J. Riepe Kompanie aus Düsseldorf, sowie an das Theaterkollektiv machina eX. Erstgenannter Preis ist mit 20.000 Euro dotiert, die beiden letztgenannten ganz neuen jeweils mit 10.000. Details auf der Fondsseite.

Menschen

Elmar Roloff, 1943 in Düsseldorf geboren, eigentlich Lehrer, ist jetzt Staatsschauspieler. Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat ihn dazu gemacht, nachdem der nun auch schon 75jährige über 25 Jahre die Stuttgarter Staatstheater bespielte, statt Hausaufgaben zu korrigieren. So kann man's freilich auch machen. Infos zur Feier gibt's beim Schauspiel Stuttgart.

Simon Strauß, Theaterkritiker, ist höchst unzufrieden mit der Auswahl der Inszenierungen beim diesjährigen Berliner Theatertreffen: Er „vermisst das klassische Theaterstück als Form“ und geißelt die „übersteigerte Egomanie“ der Regisseure. Deutschlandfunk Kultur führte ein Interview mit ihm.

Otto Waalkes, deutscher Komiker, erhält für seine Synchronarbeiten den zum elften Mal verliehenen deutschen Animationssprecherpreis. Waalkes sprach den "Grinch" im gleichnamigen Kinofilm. Auch nominiert waren Nellie Thalbach und Aylin Tezel. Mehr auf der Seite des Internationalen Trickfilm Festivals.

Peter Heilker!“ So schallt es jetzt durch Wien, weil besagter Peter (*1972, Mühlheim an der Ruhr) dort nun Programmdirektor am Theater an der Wien ist. Es handelt sich hierbei übrigens um das Opernhaus, genau: Das Opernhaus der Vereinigten Bühnen Wien. Der Standard ist eine österreichische Tageszeitung, wo drüber schreibt.

Nochmal Wien, diesmal traurig: Burgtheater-Schauspieler Johann Adam Oest ist tot. Mit 72 Jahren starb der in Hessen Geborene. Nau.ch bringt einen Nachruf.

Mit 74 Jahren starb der aus zahlreichen „Star Wars“-Filmen als „Chewbacca“ bekannte englische Schauspieler Peter Mayhew. Deutschlandfunk Kultur dazu.

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