KIBA / Oper Krefeld Mönchengladbach

"In eine Bewerbung sollte schon Geist und Zeit investiert werden"

22.08.2019

Andreas Wendholz, Foto: (c)Matthias Stutte

Andreas Wendholz, Foto: (c)Matthias Stutte

Wie sollten Initiativbewerbungen von Gesangssolist*innen für die Oper Krefeld-Mönchengladbach aussehen? Operndirektor Andreas Wendholz sprach darüber mit Rebecca Thoß vom Jungen Ensemble-Netzwerk.

Was bezahlen Sie Berufsanfänger*innen?
Die Mindestgage, also 2.100 €.

Wie gehen Sie mit Initiativbewerbungen um?
Die beachte ich, und wenn es mir sehr interessant erscheint, dann reagiere ich darauf.

Formalia: Wie soll die Bewerbung aussehen (Fotos, Anschreiben,welches Format etc.)?
Die Fotos müssen einen Wiedererkennungswert haben und sollten neutral, authentisch sein. Ich präferiere ein Porträt- und ein Ganzkörperfoto, keine maskierten Aufführungsfotos. Aus der Bewerbung sollte hervorgehen, was für ein Repertoire man hat, welche Stationen man bisher in der Karriere hatte. Mich persönlich interessiert auch, mit welchen Regisseur*innen Menschen schon zusammengearbeitet haben.
Ich brauche keine schmeichelnden Anschreiben, ich weiß ja, worum es geht: Menschen suchen Arbeit. Wenn sich jemand wirklich mit unserem Haus auseinandergesetzt hat und das beschreiben kann, ist das natürlich ein Pluspunkt.
Ob die Bewerbung per Mail oder per Post kommt, ist eigentlich egal.

Wann ist der günstigste Bewerbungszeitraum, wann sind die Vorsingen und was ist vorzubereiten?
Bewerbungen passen am besten nach den Theaterferien, im Herbst, wenn die Pläne für das übernächste Jahr entstehen. Die Vorsingen finden statt, je nachdem, wann eine Vakanz entsteht, da kann ich keinen generellen Zeitraum angeben. Ihr Repertoire beim Vorsingen sollte Ihre Vielfalt und Stärken zeigen können.

Gibt es Ausschlusskriterien?
Ja, bei Bewerbungen, bei denen keine Hochschulausbildung dahinter steht.

Was wünschen Sie sich von Bewerber*innen?
Ein Anschreiben muss  schon richtig formuliert werden können, egal ob auf Englisch oder Deutsch. Ein “I’m a soprano, I want to audition” reicht nicht.  In eine Bewerbung sollte schon Geist und Zeit investiert werden.

Antworten Sie auf Bewerbungen? Soll man nachfragen? Wenn ja, wie?
Es ist sehr schwer, auf alle Bewerbungen zu antworten. Eher reagiere noch auf Mail-Bewerbungen mit einer Absage, wenn wir keine Vakanzen haben. Nachfragen ist in Ordnung, aber man sollte 4-6 Wochen Zeit geben.

Haben Sie sonst noch Anregungen oder Anmerkungen?
Man muss ehrlich mit sich sein und der Situation, dass es ein hart umkämpfter Markt ist. Es genügt nicht, gut singen zu können, der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab.

Nennen Sie bitte den/die richtige*n Ansprechpartner*in für
Initiativbewerbungen, sowie die gewünschte Bewerbungsadresse.

Andreas Wendholz, andreas.wendholz@theater-kr-mg.de

Rebecca Thoß

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