Wochenrückblick #38/19

Klima, Kultur, Kommissionen

21.09.2019

Kleines Staatstheater Braunschweig, Foto: AxelHH

Kleines Staatstheater Braunschweig, Foto: AxelHH

Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende: Bundesweit demonstrierten zehntausende Menschen für effektiveren Klimaschutz, die Pläne der neuen EU-Kommission wurden vorgestellt - und haben durchaus Auswirkungen auf den kulturellen Bereich - in Rostock hat man sich auf einen Neubau-Entwurf für das Volkstheater geeinigt. Vieles ist in Bewegung geraten diese Woche - nur die Richtung ist in manchen Fällen noch unklar.

Ursula von der Leyen, designierte Präsidentin der EU-Kommission, hat deren geplante Zuständigkeiten vorgestellt. Auffallend dabei ist, dass kein*e EU-Kommissar*in für den Kulturbereich vorgesehen ist. Die Zuständigkeit hierfür wird bei Mariya Gabriel liegen, der geplanten Kommissarin für ,,Innovation und Jugend''. Marc Grandmontagne, geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, hat nun Bedenken zu diesem Umstand geäußert. Der Beschluss sage seiner Meinung nach auch etwas über den Stellenwert aus, den von der Leyen der Kultur zuspricht. Erstmals seit 1999 gäbe es laut diesen Plänen keine*n EU-Kommissar*in mehr für Kultur und Bildung.
Weitere Informationen findet man bei der NMZ.

Die Betriebsratvorsitzenden der Deutschen Oper am Rhein verfassten diese Woche einen offenen Brief an die Aufsichtsratsvorsitzenden der Oper (die Oberbürgermeister von Düsseldorf und Duisburg). Grund dafür ist der Umgang mit dem Vertragsfehler im Fall Sucheana, der gegenüber den Mitarbeitern zu wenig thematisiert worden sei (siehe Wochenrückblick #29/19). Außerdem gibt es Unzufriedenheiten, was Mitbestimmung und Kommunikation innerhalb des Hauses betrifft. Der Betriebsrat fordert nun entsprechende Handlungen.
Näheres dazu in der WZ.


In Rostock einigte man sich diese Woche auf einen Entwurf für den Neubau des Volkstheaters. Zuvor war ein europaweiter Architekturwettbewerb für den Theaterbau ausgeschrieben worden. Der erste Preis des Wettbewerbs ging nun an das Berliner Büro Hascher Jehle Assoziierte. Der Neubau sei wegen der erheblichen Mängel des jetzigen Theaters dringend erforderlich. Weitere Infos bei der Ostseezeitung.


Bei Deckenarbeiten in der Werkstatt des Staatstheaters Braunschweig hat sich die Gipsdecke zu großen Teilen gelöst. Zu Schaden kam dabei glücklicherweise niemand. Allerdings muss nun eine schnelle Lösung gefunden werden, um den Theater-Betrieb aufrecht erhalten zu können. Stadt und Land haben bereits ihre Unterstützung angeboten. Mehr dazu weiß die Braunschweiger Zeitung.


In München wird die Eröffnung eines neuen Staatstheaters geplant, dem Ayse X. Das Theater soll einen ,,Gegenentwurf zu bestehenden Theaterstrukturen, Normen, Systemen'' darstellen, so die Pressemitteilung. Gleichberechtigung, Inklusion und Diversität sollen für das Theater höchste Priorität haben.
Details zu der Neueröffnung, die von 22. - 24. November geplant ist, erfährt man bei Theater der Zeit.


Das Philharmonische Orchester des Theaters Plauen-Zwickau will sich künftig umbenennen in ,,Clara-Schumann-Philharmoniker''. Grund für die geplante Änderung sei, dass man nach einem zugkräftigeren Namen gesucht habe, so Theaterleiter Roland May. Außerdem stelle der Name Clara Schumanns eine gute Verbindung zwischen den Städten Plauen und Zwickau dar und man wolle die Musikerin ehren, die letzte Woche ihren 200. Geburtstag gefeiert hätte.
Mehr Infos zu dem Thema hat die Freie Presse.

 

Menschen

Florian Stiehler, bisher geschäftsführender Direktor des Theaters an der Parkaue Berlin, übernimmt bis auf Weiteres die Leitung des Theaters, wie die Berliner Senatskulturverwaltung mitteilte. Der bisherige Intendant des Theaters, Kay Wuschek, war Anfang des Monats aus gesundheitlichen Gründen von seiner Position zurückgetreten. Nachdem das Theater an der Parkaue kürzlich wegen Rassimus-Vorwürfen während der Produktion von ,,In 80 Tagen um die Welt'' kritisiert wurde, soll nun eine spezielle Anti-Diskriminierungsklausel für das Theater entwickelt werden. Stiehler möchte sich für eine angstfreie Kommunikation und die Ernstnahme von Fällen der Diskriminierung einsetzen.
Mehr dazu beim RBB 24.


Nach über 10 Jahren trennen sich die Salzburger Osterfestspiele von ihrem künstlerischen Leiter Christian Thielemann, sowie von der Sächsischen Staatskapelle Dresden als Festspielorchester. Ab 2020 wird Nikolaus Bachler als Nachfolger von Peter Ruzicka zunächst die Geschäftsführung und ab 2022 die Gesamtleitung der Festspiele übernehmen. Thielemann hatte Bedenken hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Bachler geäußert. In der Gesellschaftersitzung der Festspiele entschied man sich nun gegen Thielemann.
Bachlers Plan ist es, in Zukunft unterschiedliche Orchester zu den Festspielen einzuladen, wie der ORF berichtet.


Neue Schauspieldirektorin des Cottbuser Staatstheaters wird Ruth Heynen. Der bis 2020 geltende Vertrag des momentanen Schauspieldirektors Jo Fabian wird nicht verlängert. Mehr dazu bei der Lausitzer Rundschau.

 

Auszeichnungen

Laut Umfrage des Fachmagazins ,,Opernwelt'' gilt die Opéra National du Rhin als Opernhaus des Jahres 2019. Weitere Ergebnisse der Befragung von 50 unabhängigen Kritikern findet man beim Tagesspiegel.

Der 68. Internationale Musikwettbewerb der ARD wurde ausgetragen. Eine Auflistung aller Preisträger hat der BR.

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