Wochenrückblick #41

Mengenlehre

15.10.2018

Kieshaufen. (c): NobbiP

Diese Woche geht es um Mehr und Weniger: Mehr Inländer, weniger Statist*innen, mehr Geld und schließlich: KEINE Versicherung.

An dieser Stelle beschäftigen wir uns so oft mit dem Mehr-oder-Weniger-Reflex der meisten Nachrichten, dass man bald glauben könnte, die ganze Organisation und Arbeit der darstellende Kunst ließe sich in diesem Gegensatzpaar erklären: Mehr Zuschauer*innen und weniger Vorstellungsausfälle. Mehr Geld und weniger Tariferhöhungen. Mehr Produktionen und weniger Festanstellungen. Oder eben genau anders herum. Je nachdem, von welcher Seite man schaut.

Auch diese Woche beherrscht das Mehr/Weniger den Wochenrückblick:

Mehr „Inländer“: In der Schweiz protestieren Studierende zahlreicher Schauspielschulen in einem offenen Brief gegen den "Inländervorrang" im Schweizer Arbeitsrecht. Dabei geht es darum, dass offene Stellen – die dem Arbeitsamt zu melden Pflicht ist – von diesem in den ersten Tagen nur „Inländern“ angeboten werden. Mehr Informationen hat nachkritik.
 
Weniger Statist*innen: Wie Die Volksstimme aus Magdeburg meldet, suchen die Theater in Sachsen-Anhalt immer verzweifelter nach Statist*innen. Weil Arbeitszeiten und Probenvergütung nicht gerade ansprechend sind und kaum noch eine Inszenierung ohne Statist*innen auskommt, würden die meisten Theater nur noch im Bekanntenkreis ihrer Mitarbeiter*innen fündig.  Ob man wohl auch Schauspieler*innen mit echtem Honorar engagieren könnte?
 
Mehr Geld: In München hat der Stadtrat diese Woche eine Erhöhung der Mittel für die freie darstellende Kunst um rund eine Million Euro beschlossen. Das berichten das Netzwerk Freie Szene München und der Verband freie Kinder- und Jugendtheater in München. Ein schönes Zeichen und ein starkes Bekenntnis zur freien Szene der Stadt. Jetzt müssen die mittelfristigen und langfristigen Ziele erreicht werden.
 
KEINE Versicherung: Nach dem Fundus- und Werkstätten-Brand am Theater Eisenach stellt die Stadt nun fest, dass weder die Eigentümerin noch das Theater als Mieter eine Gebäudeversicherung für die beschädigten Gebäude hatte. Nun soll nachgebessert werden, wie die Thüringer Allgemeine berichtet.

Karriere

Friedrich Schirmer bleibt bis 2023/24 Intendant der Württembergischen Landesbühne WLB Esslingen. Nach der nächsten Sommerpause unterstützt ihn der bisherige Chefdramaturg Marcus Grube als Intendant, zusammen bilden sie eine Doppelspitze für das Haus. Mehr dazu hier.
 
Menschen

Der Schauspieler Karl-Fred Müller ist im Alter von 60 Jahren verstorben. Er war seit 1986 am Neuen Theater Halle engagiert. Zu seinen bekanntesten Kinofilmen zählt "Schultze gets the blues" aus dem Jahr 2003. Hier Weiteres.
 
Der Schriftsteller, Übersetzer und Regisseur Werner Buhss ist im Alter von 69 Jahren in Berlin gestorben, wie der Henschel Verlag mitteilte. Hier geht es zum Nachruf.
 

Suchbegriffe

Wochenrückblick

Organisationen

Alle News