Wochenrückblick #44

Preisregen

04.11.2018

Der Wochenrückblick greift zunächst zurück auf Altbekanntes, verkündet Preise am laufenden Meter und jubelt über finanzielle Zuwendung. Grauer Herbst? Hier nicht.

Man wollte meinen, es sei allgemein bekannt, nun haben wir durch den Bundesgerichtshof Gewissheit: Musik „könne von erheblicher Bedeutung für die Lebensfreude und das Gefühlsleben sein“. Das stellten die ehrwürdigen Richter*innen fest und wiesen das Landgericht zur Neuverhandlung an. Vorausgegangen war ein jahrelanger, erbittert ausgefochtener Rechtsstreit eines Berufstrompeters mit seinem Reihenhaus-Nachbarn über Proben(un)zeiten. Über den Fall - und das stimmt zukunftsfroh - wurde national breit und positiv berichtet. So auch im Spiegel.

An Preisen herrschte kein Mangel zuletzt. Dass der Faust 2018 für das Lebenswerk an den Komponisten Aribert Reimann gehen würde, war bereits vorher bekannt. Die Nominierten mussten allerdings bis zur Preisverleihung zittern. In acht Kategorien wurden 4 Männer und 5 Frauen ausgezeichnet. Zudem erhielt die Aktion 40.000 Theatermitarbeiter treffen ihre Abgeordneten den neugeschaffenen Perspektivpreis. Die Gala ist noch in der Mediathek von 3sat nachschaubar.
Alle Preisträger*innen und die Produktionen des vom Deutschen Bühnenverein ausgelobten Preises auf einen Blick beim Deutschlandfunk.

Der Deutsche Kinder- und Jugendtheaterpreis ging an die Dramatiker Fabrice Melquiot und Dino Pešut sowie ihre Übersetzer*innen: Leyla-Claire Rabih, Frank Weigand und Alida Bremer. Erstmals wurde dadurch auch deren Leistung gewürdigt. Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und werden alle zwei Jahre vom Bundesfamilienministerium vergeben. Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung.

In Berlin hat der Senat gekreißt - und für das Jahr 2019 2,6 Millionen Euro für die freie Szene in Berlin verteilt. Die siebenköpfige Jury empfahl Projekte von 44 Tanz- und Theatergruppen. Sieben Spielstätten erhalten eine einjährige Förderung und 18 weiteren Projekten kommen Einstiegsförderungen zugute. Genaueres im Tagesspiegel

Aus Halle gibt es auch Nachrichten. Interne Spannungen sind in dem Bühnenkonglomerat ja schon fast Tradition, nun ist man sich zwischen Geschäftsführung und Opernintendanz uneins über die Nichtverlängerung der Musiktheaterpädagogin - und trägt den Streit auch offen aus. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Der Landesverband Ost der Künstlergewerkschaft GDBA hat mit Alexander Günther einen neuen Vorsitzenden. Der Sänger am Deutschen Nationaltheater Weimar löst Hans-Christoph Kliebes ab, der den Landesverband seit 1993 geführt hatte. Mehr in der Pressemitteilung

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Dirk Pilz, Kulturjournalist und Mitgründer der Plattform nachtkritik.de ist verstorben. Seine Kolleg*innen von nachtkritik widmen ihm einen bewegenden Nachruf.

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