Wochenrückblick #23/19

Schritte vor und zurück

15.06.2019

Ballroom Dancers, Foto: Frances Benjamin Johnston

Ballroom Dancers, Foto: Frances Benjamin Johnston

In dieser Woche scheint einiges in Bewegung geraten zu sein, so viel ist sicher. Sowohl was Tarifverhandlungen betrifft, als auch in Hinsicht auf Intendantenwechsel. Von wegen drohendes Sommerloch und so weiter. Es tut sich etwas. Was genau, erfährt man in diesem Wochenrückblick.

Der GDBA und der VdO ist es in Verhandlungen mit dem Deutschen Bühnenverein gelungen, Verbesserungen für künstlerisch Beschäftigte an Theatern zu erwirken. Die Neuerungen beinhalten unter anderem 1,5 freie Tage pro Woche für Solisten. Außerdem soll es einen Nichtverlängerungsschutz für Gewerkschaftsleute während ihrer Amtszeit geben sowie eine tarifliche Mindestgage für gastierende Chor- und Tanzgruppenmitglieder.

Das klingt zunächst einmal nach einem positiven Ergebnis. Andererseits bleibt ein etwas schales Gefühl zurück, denn allein, dass solche Punkte, die gewissermaßen selbstverständlich sein sollten, als große Fortschritte gewertet werden, bedeutet auch, dass es in dieser Hinsicht noch eine Menge Arbeit gibt. Dennoch sind es natürlich Schritte in die richtige Richtung und man kann nur hoffen, dass weitere folgen. Details zu den Neuerungen findet man hier.

In Chemnitz äußerte sich Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken im dortigen Stadtrat, negativ darüber, dass an den Städtischen Theatern Chemnitz auffallend wenig Menschen mit Behinderungen arbeiten würden. Denn Arbeitgeber mit über 20 Beschäftigten sind verpflichtet, mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze an schwerbehinderte Menschen zu vergeben.

Die Städtischen Theater Chemnitz mussten 2.500 Euro Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt zahlen, da sie die geforderte Zahl mit nur 4,6 Prozent nicht erfüllten.

Die Theater Chemnitz begründen den Umstand damit, dass es an Theatern nur einen relativ kleinen Arbeitsbereich gäbe, in dem Menschen mit Behinderung arbeiten könnten. Der hauptsächliche Anteil der Arbeitsplätze liege im künstlerischen und technischen Bereich mit speziellen beruflichen Anforderungen. Bei entsprechender Eignung würden aber Menschen mit Behinderung bevorzugt, was Einstellungen betrifft. Bei der Freie Presse erfährt man mehr dazu.

Positives gibt es für das Mittelsächsische Theater Döbeln-Freiberg zu berichten, da bei der neuesten Stadtratssitzung ein Zuschuss von insgesamt zwei Millionen Euro für das Theater beschlossen wurde, aufgeteilt auf die nächsten vier Jahre. Durch das Geld der Stadt ist auch der Zuschuss des Landes und damit die Zukunft des Theaters für vier Jahre gesichert. Näheres dazu steht in der LVZ.

Das Euro Central Theater Bonn muss nun nach über 50 Jahren in ein neues Gebäude umziehen, da die Stadt ab dem kommenden Jahr keine Zuschüsse mehr an das Theater zahlen wird. Aus diesem Grund kann die Miete nicht mehr gezahlt werden. Intendantin Ulrike Fischer hofft nun auf Spenden zum weiteren Erhalt des Theaters, berichtet der WDR.

 

Menschen, Preise und ein Jubiläum

Das Grips-Theater für Kinder und Jugendliche in Berlin wird 50! Zu diesem Anlass die herzlichsten Glückwünsche! Das Theater wurde 1969 von Volker Ludwig gegründet, seit 2017/18 wird es von Philipp Harpain geleitet und feiert seinen Geburtstag mit zwei Festwochen unter dem Motto ,,On the child's side''. Weitere Jubiläumsinfos beim rbb.

Der Mühlheimer Theaterpreis 2019 geht erneut an Thomas Köck für das Stück ,,atlas'', das am Schauspiel Leipzig uraufgeführt wurde. Köck hatte den Preis bereits im Jahr 2018 erhalten. Den Preis für das Kinderstück erhielt Kristo Sagor für ,,Ich lieb dich''. Genaueres kann man in der HAZ nachlesen.

Nora Abdel-Maksoud erhält den Herrmann-Sudermann-Preis für ihr Stück ,,Café Populaire''. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird im Rahmen der Autorentage verliehen, die bis Ende dieser Woche in Berlin stattfinden. Nähere Informationen hat die Stiftungsurkunde: http://www.sudermannstiftung.de/preis/

Der Vertrag von Daniel Barenboim als GMD der Berliner Staatsoper verlängert sich um weitere fünf Jahre bis 2027. Mehr dazu weiß die Zeit online.

Ab der Spielzeit 2020/21 wird Kay Voges die Intendanz des Wiener Volkstheaters übernehmen. Voges, der bislang Intendant am Schauspiel Dortmund war, folgt damit auf Anna Badora. Mehr dazu in den Ruhrnachrichten.

Anne-Cathrin Lessel ist ab diesem Juni die neue künstlerische Leitung und Geschäftsführerin des LOFFT in Leipzig. Sie folgt damit auf Dieter Förster, der 20 Jahre lang Leiter des Theaters war. Weiteres auf Nachtkritik.

Neue Intendantin des Theaters der Jungen Welt Leipzig (TdjW) wird ab der Spielzeit 2020/21 Winnie Karnofka, die dort bereits seit mehreren Jahren als Dramaturgin tätig ist.

Martin Hammer wird die nächste Biennale Wiesbaden 2020 alleine leiten. Seine bisherige Kollegin Maria Magdalena Ludewig verunglückte im vergangenen Jahr tödlich und die Stelle konnte innerhalb der kurzen Zeit nicht neu besetzt werden. Mehr dazu in der Süddeutschen.

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