Wochenrückblick #13/19

Späne, Daten, Raum und Menschen

30.03.2019

Das neue Globe Theater in Schwäbisch Hall, Foto: raboe001 [CC BY-SA 2.5]

Das neue Globe Theater in Schwäbisch Hall, Foto: raboe001 [CC BY-SA 2.5]

In einstigen Schreinereien rauschen keine Späne mehr, sondern Datenströme; ansonsten rauscht es im Wochenrückblick diesmal nur so von Namen. Welche Meldung sich hinter dem dritten Wort der Überschrift verbirgt, ist im dritten Abschnitt zu lesen.

In Dortmund geht nun die Akademie für Theater & Digitalität ans Netz; das erstmal in der ehemaligen Schreinerei des Theaters der Stadt, bis sie dann in einem Neubau installiert wird. Es handle sich um ein "Modellprojekt für digitale Innovation, künstlerische Forschung und technikorientierte Aus-und Weiterbildung". Ab Frühsommer 2019 starten Workshops, Seminare sowie Fortbildungen für theatertechnische Berufe, eine Kooperation mit der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft und dem Deutschen Bühnenverein ist das. Ein paar beteiligte Namen, um schon mal auf das Bombardement unten vorzubereiten: Kay Voges, Marcus Lobbes, Kai Festersen, Veronika Ortmayr. Passend: Im Internet wird über das Ganze berichtet (Theater Dortmund).

Die Suche nach einer neuen Leitung im Wiener Volkstheater wurde gestoppt. Es läge am Geld, so die zuständige Jury: Eine "Neuausrichtung des Hauses" sei nur mit mehr davon möglich. Dies wurde festgestellt nach einer Anhörung von aus 72 Bewerbungen ausgewählten neun Interessenten. Veronica Kaup-Hauseler, die Kulturstadträtin, möchte sich nun persönlich für drei Millionen Grundvoraussetzungen einsetzen, die den Bewerbungsstop wieder aufzuheben in der Lage sind. Paar beteiligte Namen noch? Diesmal nicht, es kommen echt noch genug. Hier die Presse zu dem Fall.

Die freie Szene Berlins kann aufatmen. Neue Probenräume - und das an einstmals renommierter Stelle: Das Gebäude der ehemaligen Schauspielschule "Ernst Busch" ist bald die ganze Woche über geöffnet, um freischaffende KünstlerInnen Berlins kostengünstig mit Raum auszustatten. Vorher wird saniert! Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa informiert.

Eine Ausstellung in Frankfurt und Köln erklärt, warum "Europas Bühnenbauten oft Millionen verschlingen". Beispiele sind die Hamburger Elbphilharmonie (800 Mio. Euro), die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden in Berlin (400 Mio. Euro), oder auch die des Frankfurter Schauspiel- und Opernhauses (möglicherweise 580 Mio. Euro), Gründe seien unter anderem falsche Preisvorstellungen. Die Deutsche Welle berichtet.

Geld braucht auch die Vorpommersche Landesbühne. Die finanzielle Lage ist prekär - und das, obwohl die Beschäftigten auf Lohn verzichten und durchschnittlich 40% unter dem branchenüblichen Niveau anderer Häuser verdienen. Das Land M-V zeigt jetzt Bereitschaft, einzuspringen - mit 50.000 Euro insgesamt. Der Nordkurier kennt weitere Details.

Neues Theater für die Festspiele Schwäbisch Hall: Das Neue Globe Theater, eine überdachte und beheizbare Freilichtbühne mit 370 Plätzen, ist da. NTV schreibt ausführlich...

Menschen

Matthias Brenner, Theaterintendant des Neuen Theater Halle, droht mit Rücktritt aufgrund von Mobbing durch den Geschäftsführer Stefan Rosinski. Das Klima sei "vergiftet", Kollegen würden mitunter ihr Geld nicht erhalten. Einzelheiten weiß der MDR.

Rebekka Kricheldorf ist verantwortlich für die achte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes -  es geht um das Komische im Theater! Da kann sie mitreden: Unter anderem erhielt sie den Förderpreis Komische Literatur der Stadt Kassel. Wir lachen mit ihr, die Nachtkritik informiert.

Ersan Mondtag, der für seine aktuelle Inszenierung den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis des diesjährigen Berliner Theatertreffens erhält, darf "Das Internat" dort nicht zeigen. Als Grund wurde das sperrige Bühnenbild genannt. Der WDR berichtet.

Caroline Guiela Nguyen, Autorin und Regisseurin, erhält in Paris den mit 15.000 Euro dotierten Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis für ihr Stück "Saigon". Die Auszeichnung wird jährlich vergeben.

Alexander Kratzner, Regisseur, Autor und Schauspieler, leitet ab der Spielzeit 2020/21 das Berner Theater an der Effingerstraße. Der Bund weiß das.

Franz Rogowski, Tänzer und Performer, ist Alleinjuror des mit 5.000 Euro dotierten Kerr-Preises 2019. Mit dem Preis wird eine besonders überzeugende Performance eines*r jungen Schauspieler*in im Rahmen des Theatertreffens Berlin ausgezeichnet. Weiter geht's bei Nachtkritik.

Ewald Palmetshofer, Dramatiker, erhielt in Klagenfurt den mit 15.000 Euro dotierten Gert-Jonke-Preis, der alle zwei Jahre wechselnd in den Kategorien Prosa, Drama und Lyrik vergeben wird. Der ORF hat Details.

Agnès Varda, französische Regisseurin, ist mit 90 Jahren in Paris verstorben. Deutschlandfunk Kultur berichtet über eine "Pionierin des Films", die maßgeblich an der "Nouvelle Vague" beteiligt war.

Professor Rolf Rohmer, 13 Jahre lang Rektor der Leipziger Theaterschule Hans Otto, daraufhin drei Jahre Intendant des Deutschen Theater Berlin, ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Theater der Zeit meldet.
 

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