Wochenrückblick #40

Vom Entscheiden

08.10.2018

Entscheidung - Symbolbild?

Diese Woche gibt es Entscheidungshilfe für Theatergänger, wahrscheinlich mehr Geld, wahrscheinlich weniger Geld und zwei Frauen in Leitungsfunktionen. Dazu nimmt die Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt die Arbeit auf!

Das Leben in der Multioptionsgesellschaft ist hart. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute können wir entscheiden, eine ganz andere zu sein, etwas ganz anderes zu leben oder auch nur etwas ganz anderes zu konsumieren. In Hannover hilft jetzt der Theater-o-mat dem überforderten Zuschauer auf die Sprünge. Mit der Auswahl von drei Merkmalen gibt die Website das passende Stück aus dem Repertoire des Schauspiel Hannover aus. Die Entscheidung, was man als nächstes anschauen will, wird einem so abgenommen.

Wirklich entschieden ist auch das Land Niedersachsen noch nicht. Die fehlenden 6 Millionen Euro für die kommunalen Theater – wir berichteten letzte Woche – sollen nun doch noch gefunden werden. Und zwar sollen sie über die Liste der Regierungsfraktionen im Landtag als letztes noch mit in den Haushalt rutschen, so berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. Wir drücken den Kolleg*innen die Daumen.

Sehr entschieden hingegen hält die Bonner Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP an ihrem Beschluss zur Streichung der gesamten Förderung des Bonner Euro Theater Central fest. Es geht um 140.000€ jährlich, die nach 2019 nicht mehr ausgegeben werden sollen. Hier zum Artikel des Bonner General Anzeiger.

Im Friedrichstadt-Palast in Berlin hat man sich gerade für eine Neuerung entschieden: Nach 100 Jahren ohne inszeniert im Moment die erste Frau das aktuelle Spektakel. Regisseurin Krista Monson aus Las Vegas zeichnet für die neue Show Vivid verantwortlich. Hier mehr zur neuen Show.

Ebenfalls Berlin: Am Theater am Winterfeldtplatz hat eine neue Leiterin ihre Arbeit aufgenommen. Nach dem sich die Fachjury für Gabi dan Droste entschieden hatte, folgte Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert der Empfehlung.

Ganz entschieden begrüßenswert finden wir heute die Meldung des Deutschen Bühnenvereins: Nach der Ankündigung im Juni nimmt die Themis, die Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, jetzt die Arbeit auf. Hier finden „Beschäftigte aus der Film-, Fernseh- und Theaterbranche, die im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit sexuelle Belästigung und Gewalt erfahren haben, einen geschützten Raum, in dem sie sich einer Juristin und einer Psychologin anvertrauen können.“ Hier geht es direkt zur Website mit allen Kontaktmöglichkeiten.

Schließlich haben wir uns noch entschieden, die Beschimpfung von Claus Peymann in Chur einfach zu ignorieren.

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