Wochenrückblick #36

#wirsindmehr

07.09.2018

Nicht zu beneiden!

Wenn Kunst der Kitt der Gesellschaft ist, haben die Bühnen der Republik einen Auftrag für die neu beginnende Spielzeit bekommen. Wie wollen das die Theatermacher*innen angehen? Welche Sorgen plagt Basel und welches Theater in Wien darf sich über mehr Geld freuen? Außerdem: Noch Zeit Anträge zu schreiben? Der Wochenrückblick verrät, wo es noch was zu holen gibt.

Na? Alle wieder da? Alle erholt zurück? Landauf landab schallt es Spielzeiteröffnung! Und was für eine Spielzeit das wird! Eine, in der sich weisen wird, ob die Künste „eine Toleranzschule“ sein können und den „Kitt der Gesellschaft“ darstellen, wie es der neue Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart, Josef Preuss, bei der Vorstellung seiner ersten Spielzeit der azonline sagte.
 
Eine, in der der Hashtag #wirsindmehr nicht nur Lippenbekenntnis und einmaliges Konzert-Ereignis bleiben darf, so wie es Christoph Dittrich, Generalintendant des Theaters Chemnitz in seinem Interview mit dem Magazin VAN betont. „Offen zu sein und Gesprächsangebote zu unterbreiten, sind aus meiner Sicht der Kunst auch wirklich immanent, das ist das, was wir leisten können.“  Hier kann man das ganze Interview lesen.
 
Die Stadt Chemnitz bewirbt sich im Übrigen mit dem Motto AUFbrüche um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2025“. Bleibt zu hoffen, dass es positive Aufbrüche sind, über die wir in 17 Jahren berichten können und wir nicht über das weitere Aufreissen von Gräben schreiben müssen! Die offizielle Präsenz
 
Aus der Schweiz und aus Österreich wenigstens positive Meldungen:
 
In Basel geht ein jahrelanges Nomadentum des Orchesters zu Ende. Ab dem Jahr 2020 wird das Sinfonieorchester Basel in der Christi Kirche ein neues zu Hause für Büros und Probenräume finden. Die Geschichte liest sich für Schweizer Verhältnisse nahezu berlinerisch: ursprünglich war der Einzug für 2017 vorgesehen (aber was ist das schon im Angesicht von 12 Jahren Nichteröffnung des Hauptstadtflughafens in Berlin?). Die BZ berichtet
 
In Wien wurde dem Theater in der Josefstadt eine Erhöhung der Zuschüsse durch Bund und Stadt zugestanden, Herbert Föttingers Vertrag als Direktor wurde bis 2026 verlängert und mit der „Josefstadt-Box“ entsteht eine dritte, kleine Bühne im Haus. Die Presse hat Details
 
Karrieren
Das Staatstheater Darmstadt hat einen neuen GMD berufen. Der 34 jährige Daniel Cohen tritt als Nachfolger von Will Humburg auch gleich nur wenige Tage nach seiner Berufung an. Schon im Jahr 2017 war eine Nachfolgelösung gesucht worden – blieb aber ergebnislos. Das Darmstädter Echo berichtet
 
Das Junge Theater Heilbronn hat seit September eine neue Leiterin. Das Theater meldete die Berufung der Regisseurin und Theaterpädagogin Annette Kuß. Mehr bei Nachtkritik
 
Überraschend hat der Principal Conductor der Lucerne Festival Academy, Matthias Pintscher, per sofort seinen Rücktritt bekannt gegeben.  Er sähe sich nicht länger imstande, seinen Verpflichtungen als Dirigent und Dozent an der Lucerne Festival Academy nachzukommen. Die NZZ spekuliert über mögliche Hintergründe
 
Preise
Am 31. August 2018 wurden die popNRW-Preise an Bands und Newcomer aus NRW vergeben. Der traditionell in zwei Kategorien vergebene Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Popmusiker*innen in Deutschland. Freuen können sich die Gewinner sind GOLDROGER aus Köln und INTERNATIONAL MUSIC aus Essen. Meldet NRW Kultur

Der mit 60.000 Euro dotierte Musikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung geht an das Vision String Quartet. Begründet wurde die Auszeichnung mit dem genreübergreifenden Ansatz des Ensembles, das Repertoireklassiker der Kammermusik mit populärer Musik verbinde und damit neue Publikumsschichten für die Kammermusik gewinne. Weiss klassik.com

Auch Placido Domingos Operalia-Gesangswettbewerb hat Sieger*innen hervorgebracht: Erste Preise ersangen sich die Mezzosopranistin Emily D'Angelo und der Tenor Pavel Petrov. Meldet Opera News

 
Informieren und bewerben
Im Oktober 2018 finden erneut Seminare des Creative Europe Desk zur EU-Kulturförderung in Bonn und Berlin statt. Die nationale Kontaktstelle für das Förderprogramm KREATIVES EUROPA KULTUR bietet Kulturschaffenden in Deutschland einen professionellen Einblick in die EU-Antragstellung, der sich aus 20 Jahren Erfahrung speist. Weitere Informationen
 
Deadline für Einreichungen bei der Förderinitiative NOperas! vom Fonds experimentelles Musiktheater (NRW Kultursekretariat) ist der 30. September 2018. Aufgerufen sind Teams von Theatermacher*innen, die Musiktheaterprojekte in Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Stadttheatern realisieren möchten, die sich mit dem Verhältnis von musikalischem Klang zu den Ebenen von Raum, Theateraktion und Sprache auseinandersetzen. Die Ausschreibung findet sich hier

Und wer sein Institut schon immer einmal bei einer festlichen Gala ausgezeichnet sehen wollte, noch bis heute (7. September) gilt die verlängerte Frist beim Kulturmarken Award!

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