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Franziska Katharina Huhn / fkhuhn

Dramaturgie / Regie / Internationale Heiner Müller Gesellschaft & Autorin

Biografie

1973 in Karl-Marx-Stadt geboren, erfuhr ich frühzeitig regen Kontakt über meinen Vater zum Karl-Marx-Städter Theater und durch Gerhard Meyer, dem langjährigen Generalintendanten und 'Chef', meine Theatersozialisierung - im Kern dessen integerer und subtiler Umgang mit der besonderen ‚Spezies‘ des Theatermenschen. Dergestalt Theater sowie sozial geprägt folgte 1990 der familiäre Umzug nach Berlin. 16-jährig verließ ich meine DDR-Kindheit, um in Berlin Ost wie West sowie im vereinigten Deutschland gleichermaßen anzukommen und schlug letzen Endes in der Nische des Theaters meine Wurzeln.
Ab 1991 war ich für fünf Jahre Teil einer freien Theatergruppe und begann 1992 im Besucherservice der Volksbühne Am Rosa-Luxemburg-Platz zu arbeiten. Es folgten Einsätze als Kleindarstellerin sowie Zuarbeiten für die Presse / ÖA und das KBB.
Nach dem Abitur in Berlin 1994 folgte über Umwege das Studium der Germanistik (Mediävistik, Neuere deutsche Literatur) und Theaterwissenschaft / Kulturelle Kommunikation an der Humboldt-Universität. Thema der Magisterarbeit: Einsame Texte, die auf Geschichte warten – Revolution(s)Theater in postrevolutionären Zeiten am Beispiel der Maßnahme-Mauser-Inszenierung von Frank Castorf an der Berliner Volksbühne 2008 (Wissenschaftlicher Betreuer: Prof. Dr. Frank Hörnigk)
Ab 2000 erste Assistenzen an der Berliner Volksbühne sowie ab 2001 in der freien Theaterszene Berlins. Bis zum Ende der Spielzeit 2015/16 war ich regelmäßig an der Volksbühne als freie Mitarbeiterin in den Abteilungen der Dramaturgie, Regie, Presse, Projekt- und Musikalischen Leitung tätig und bekam Gelegenheit, Inszenierungen auf Basis eigener Text-Arrangements am Haus zu verwirklichen. Das Abteilungen übergreifende Arbeiten ermöglichte mir einen umfassenden Einblick in die Produktionsweisen und Eigenheiten eines Staatstheaters und seiner MitarbeiterInnen. Mit der Castorf-Produktion MEISTERSINGER (2006) wurde der Grundstein für den ‚Chor der Werktätigen Volksbühne‘ gelegt, den ich bis 2016 organisatorisch betreute, selbst Mitglied bin und stets weitere Chor-Projekte anregte. Meine Regie-Assistenz bei dem ungarischen Regisseur, David Marton (WOZZECK 2008), und die Zusammenarbeit mit Sir Henry wurden zu einem Fanal für mein seither stetig wachsendes Interesse an der Verknüpfung von Musik mit dem Sprechtheater. Auch die intensive Beschäftigung / Auseinandersetzung mit den Texten / Arbeiten Heiner Müllers ab 1994 führte mich schlussendlich zur Musik mit Blick auf Müllers komplexe und sogenannte widerspenstige Dramatik. Im Januar 2009 folgte die Gründung der virtuellen Muellercompany.Berlin, eine global gedachte Schnittstelle für Dramatik, Theater, Musik, Tanz, Film und Malerei, in der das Werk Heiner Müllers Ausgangspunkt für eine lebendige und voranzutreibende Auseinandersetzung sein soll und darüber hinaus weisend. "Vielleicht müssen die Stücke entstehen in der Zusammenarbeit von Autor, Regisseur und Schauspieler. Aber das ist eine Utopie." (Heiner Müller 1994)

2010 Mitgliedschaft in der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft (Berlin)
2014 Mitgliedschaft im Förderverein Theaterdokumentation e.V. (Berlin)
2014 Mitgliedschaft im Förderverein OPERNALE e.V. (Mecklenburg-Vorpommern)

Am Theater quasi erwachsen geworden, steht für mich außer Frage, dass der Theater-Arbeit Leidenschaft wie auch Belastbarkeit, ehrliches Interesse und der Wille an der Auseinandersetzung mit Menschen zu Grunde liegen sowie die wachsame Aufnahme gesellschaftspolitischer Vorgänge der zyklischen Geschichte im Großen wie im Kleinen, im Überregionalen wie im Regionalen. Politisch und kulturell gleichermaßen interessiert, bin ich daher beständig auf der Suche nach dem ‚Einbruch der Realität‘ in die suggerierte(n) Wirklichkeit(en). Versuche, Lösungen zu finden für das scheinbar Aussichtslose und der ersten Idee zu vertrauen, aber nicht nachzugeben ohne den vorher notwendigen Perspektivwechsel. Dem lösungsorientierten Arbeiten wie auch der Suche im Flüchtigen des Theaters liegen zumeist Intuition und kritisches Hinterfragen zugrunde, das Denken in Möglichkeiten sowie das Recht auf Fehler. Heiner Müller nenne ich meinen ‚Geschichtslehrer‘ und das Theater verstehe ich als 'Ort der zu weckenden Sehnsucht nach einem anderen Zustand der Welt' – ein Denkprozess, eine Schreibnotwendigkeit, eine leidenschaftliche Gemeinschaftsproduktion von Menschen für Menschen.

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Kontakt

  • Franziska Katharina Huhn
    10405 Berlin
    Deutschland

     

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