Wochenrückblick #45/19

Wunsch und Wirklichkeit

10.11.2019

AngMoKio, CC BY-SA 3.0

Diese Woche waren vor allem zahlreiche Diskussionen über die geplante Sanierung der Staatsoper Stuttgart zu hören. Es sind jedoch durchaus auch noch andere Dinge passiert. Ein Thema, das sich durch diese Woche zog, war in jedem Fall die Kluft zwischen Plan und Realität.

Zunächst einmal zu eben jener geplanten Sanierung der Staatsoper Stuttgart, um die sich diese Woche so vieles drehte. Wie Stadt und Land nämlich bekannt gaben, soll die Sanierung voraussichtlich bis zu einer Milliarde Euro kosten. Während die Grünen zu dieser Investition bereit sind, sorgte die Summe bei Bürgerbefragungen und auch von Seiten der CDU für Kritik. Die Summe sei in Anbetracht der anderen Ausgaben, die für die Stadt Stuttgart noch anstehen, nicht vorstellbar, so CDU-Stadtrat Alexander Kotz. Die Entscheidung über diese Pläne wird allerdings erst im März 2020 fallen. Genaueres dazu weiß der SWR.

Der Landesverband freier Theater in Mecklenburg-Vorpommern plant ein neues Fördermodell: Mit dem Kultusministerium wird derzeit das Modell der Auftrittsförderung diskutiert. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit über 30 freie Theater, die im kompletten Bundesland und auch darüber hinaus spielen. An Anfragen für Auftritte mangelt es den Theatern nicht. Gerade die Kulturinstitutionen kleinerer Ortschaften sind jedoch häufig nicht in der Lage entsprechende Gagen zu zahlen. Ziel soll es nun sein, dass das Land diese Differenz entsprechend ausgleicht. Für das angestrebte Fördermodell hofft man nun auf neue finanzielle Mittel. Mehr dazu bei NTV.

Nachdem im September dieses Jahres in Freiburg zwei Bühnentechniker auf Grund ihrer Zeitverträge geklagt hatten und man sich auf einen Vergleich geeinigt hatte, heißt es nun von Seiten der kaufmännischen Leitung des Theaters Freiburg, dass es dennoch keine vermehrten Entfristungen geben werde. Die Einigung werde höchstens auf eine einstellige Anzahl von Mitarbeitern Auswirkungen haben. Ausführlicheres weiß die Badische Zeitung.

Auszeichnungen

Den Preis der Deutschen Theaterverlage erhält dieses Jahr das Hessische Landestheater Marburg, wie diese Woche bekannt gegeben wurde. Jährlich wechselnd wird der Preis an ein Schauspiel- oder Opernhaus verliehen. Die Preisverleihung wird am 14. März 2020 im Rahmen der Premiere "Die Welt im Rücken" von Thomas Melle stattfinden. Näheres hierzu bei Nachtkritik.

Der Generalintendant des Staatstheaters Karlsruhe Peter Spuhler und der ehemalige Chefdramaturg Jan Linders wurden für ihren Einsatz gegen Rassismus und Ausgrenzung mit dem Karlsruher Preis für Völkerverständigung ausgezeichnet. Weitere Infos hat der SWR.

Menschen

Egils Silins ist der neue Direktor der Lettischen Staatsoper. Der Bassbariton trat sein Amt diese Woche an. Sein Vertrag läuft auf fünf Jahre. Näheres bei Musik Heute.

Die Regisseurin Cornelia Crombholz ist tot. Nach ihres Schauspiel- und Regiestudiums war Cornelia Crombholz über zehn Jahre lang als Hausregisseurin am Schauspielhaus Graz tätig. Anschließend folgten Arbeiten in Rostock und Heidelberg bis sie schließlich 2014 Schauspieldirektorin in Magdeburg wurde. Zudem arbeitete Crombholz auch international. Cornelia Crombholz wurde 52 Jahre alt. Im März 2020 hätte sie in Magdeburg noch "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" inszenieren sollen. Ausführlicheres bei Deutschlandfunk Kultur.

Der Regisseur Johannes Schaaf ist im Alter von 86 Jahren in Murnau verstorben. Schaaf war ab den 1950er Jahren als Schauspieler und Regisseur tätig. Er inszenierte unter anderem am Wiener Burgtheater, den Salzburger Festspielen, dem Residenztheater in München und dem Schillertheater in Berlin. Zunehmend inszenierte er auch Opern. Das Archiv von Johannes Schaaf wird in der Berliner Akademie der Künste verwahrt. Mehr dazu in den Salzburger Nachrichten.

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