Wochenrückblick #16/19

Das Alte und das Neue

20.04.2019

Notre Dame brennt, Foto: Antoninnnnn [CC BY-SA 4.0]

Notre Dame brennt, Foto: Antoninnnnn [CC BY-SA 4.0]

In Dortmund gehen vertraute Gesichter an den Start, um ein inzwischen altehrwürdiges Festival innovativ zu gestalten, während in Cottbus das Alte geht und das Neue kommt. In der Schweiz darf die Neue sich den Umbau des Alten vornehmen, in Mülheim bleibt es bei altbewährten Preisstaffelungen und vieles neu macht der Frühling für drei Theater, die Teil einer frisch an den Start gehenden Musiktheater-Initiative sind. Und dann noch das Vergehen des Alten, als Notre Dame plötzlich eines Abends zu brennen begann.

Karriere

Fanti Baum und Olivia Ebert übernehmen erneut die Leitung des seit 1985 biennal stattfindenden Festivals FAVORITEN 2020. Wie das Landesbüro NRW Freie Darstellende Künste und das Kulturbüro der Stadt Dortmund mitteilen, haben die beiden Leiterinnen in einem offenen Bewerbungsverfahren abermals überzeugt, so dass sie nun das Jubiläums-Festival Favoriten gestalten. Bereits in der Vergangenheit hätten sie dafür gesorgt, das Festival regional wie überregional und international zu verankern und dabei auch auf die Arbeitsbedingungen in der freien Szene aufmerksam gemacht. In der folgenden Ausgabe wollen die beiden Leiterinnen hier einen Schwerpunkt setzen und sich mit Arbeitsdiskursen beschäftigen. Mehr Details gibt’s auf der Seite des Landesbüro NRW.

Und eine weitere spannende Nachricht aus NRW: Der Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm) startet die Förderinitiative „NOperas!“. Erstmals können Musiktheatermacher*innen innerhalb einer Spielzeit eine Projektidee als bundesweite Kooperation mit insgesamt drei deutschsprachigen Stadttheatern entwickeln. Das erste Projekt, das aus Mitteln des NRW KULTURsekretariats und der Kunststiftung NRW finanziert wird, geht an der Oper Wuppertal, dem Theater Bremen und der Oper Halle über die Bühne. „NOperas!“ hat insgesamt eine Laufzeit von drei Jahren. Für das kommende Jahr konnte sich das Konzept „Chaosmos“ von Marc Sinan, Tobias Rausch und Konrad Kästner gegen 73 Mitbewerber*innen durchsetzen. Die drei Künstler hinterfragen in ihrem Projekt Ordnungssysteme. Welche genau, erfährt man bei der Kunststiftung NRW.

Das Leitungs-Duo am Theater Dessau geht in die Verlängerung bis 2023. Wie Kulturdezernent Robert Reck ausführt, besitzen Generalintendant Johannes Weigand und Verwaltungsdirektor Lutz Wengler „das besondere Vertrauen der Stadt“. Wer sich die steigenden Besucherzahlen ansieht, kann daraus ein Wachstum von rund sieben Prozent innerhalb eines Jahres ableiten. Genaueres hierzu bei der Mitteldeutschen Zeitung.

Der Stiftungsrat des Luzerner Theaters hat die Nachfolge von Intendant Benedikt von Peter bekannt gegeben: Es ist Ina Karr. Die Dramaturgin wechselt von der Oper Mainz an das Dreispartenhaus und übernimmt dort ab 2021 für fünf Jahre die Intendanz. Der Schweizer Rundfunk befragt die gebürtige Stuttgarterin, wie es dazu kam, dass sie erst in der Findungskommission saß und sich plötzlich unter den über sechzig Bewerber*innen befand und, durch die Blume, ob sie sich den Umbau des Luzerner Theaters zutraut. Hätte man einen Mann das auch gefragt? Bestimmt!
 

Auch am Staatstheater Cottbus ist die Intendantenfrage gelöst: Der Schweizer Stephan Märki wurde unter etwa dreißig Bewerber*innen ausgewählt und wird in Cottbus sowohl als Intendant als auch als Operndirektor fungieren. Er löst René Serge Mund ab, der als Interim übernommen hatte, nachdem Intendant Martin Schüler nach der Entlassung von Generalmusikdirektor Evan Christ gegangen war. Mehr zu den Hintergründen beim rbb.

Die Jurys der Mülheimer Stückepreise sind bekannt gegeben worden: Für den Dramatikerpreis entscheiden Edith Draxl, Patricia Nickel-Dönicke, Stephan Reuter, Falk Schreiber und Sandra Strunz, wer von den nominierten Autor*innen den Preis in Höhe von 15.000 Euro erhält. Wer sich für die Jury des Kinderpreises interessiert, muss nochmal extra klicken: Hier gibt’s drei Juror*innen, Cornelia Fiedler, Jutta M. Staerk und Werner Mink und das Preisgeld ist etwas weniger hoch: Wer gewinnt, kann sich über 10.000 Euro freuen. Mehr Infos unter www.stuecke.de

Menschen

Die Schauspielerin Bibi Andersson ist am 14. April 2019 im Alter von 83 Jahren gestorben. Sie hatte mit Ingmar Bergman insgesamt 13 Filme gedreht und war dadurch weltberühmt geworden. Tobias Kniebe hat in der Süddeutschen Zeitung einen lesenswerten Nachruf geschrieben, der das emanzipatorische Potential ihrer Frauenrollen näher beleuchetet.

Und zum Schluss: Als wenige Tage vor Ostern in Paris Notre Dame brannte, begann die Menge vor der Kathedrale zu singen. Eine Beschwörung, als die Feuerwehrleute darüber informiert hatten, die nächsten neunzig Minuten würden entscheidend sein. Wie sagte schon Shakespeare? All the world's a stage. Bewegend, wie Menschen sich spontan zu einem Chor zusammen finden: Um Ave Maria zu singen.  Hier zu sehen auf Facebook.

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