Wochenrückblick #20/19

Der Katalog & Wege.

18.05.2019

Foto: pxhere.com [CC0 1.0]

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Unser Wochenrückblick schmeißt sich hinein in Zweierlei und Menschen. Zuerst geht es um berechtigte Forderungen.

Ein Forderungskatalog: Veröffentlicht. Vom Aktionsbündnis Darstellende Künste. Blätterte man hinein, läse man von zu Veränderndem: Geschlechterneutrale Behandlung und Bezahlung an Theatern solle her, paritätische Besetzung von Jurys sowie Gremien und Leitungen öffentlicher Institutionen ebenso, Transparenz auch: Bei Besetzung und Verfahren der Findungskommission. Zur Umsetzung wird Monika Grütters (Staatsministerin für Kultur und Medien) gebeten. Nachzulesen ist das Ganze! Bei artbutfair.

Thematisch passend hierzu die zweite Meldung des aktuellen Wochenrückblicks, weswegen im Appetizer nicht von „Dreierlei“ geschrieben wurde, obwohl sich drei Absätze im ersten Teil tummeln: Eine Konferenz zu Gender(un)gleichheit findet beim Berliner Theatertreffen statt, die Burning Issues. Nicola Bramkamp und Lisa Jopt hatten unter dem gleichen Namen 2018 schon einmal TheatermacherInnen versammelt, um über „strukturelle[n] Sexismus und Machtasymmetrien im Alltag“ zu debattieren. 2019 wird an drei Tagen auf vielfältige Weise „nach Strategien für eine gerechtere und diversere Welt“ geforscht. Die Page der Berliner Festspiele informiert.

Wir betreten nun den zweiten Themenkomplex. Auf welchen Wegen? Erfreulicher Fördersummenregen: Das Land Nordrhein-Westfalen nutzte erstmalig das Förderprogramm Neue Wege, um insgesamt 9,2 Millionen Euro (bis 2022 sollen es übrigens zehn Millionen Euro jährlich sein) an 15 Projekte, diese verteilt auf 13 kommunale Theater und Orchester, zu vergeben. Unter den für in der Regel drei Jahre begossenen Spielstätten sind etwa das Theater Aachen und die Oper Dortmund. Genaue Infos auf der über das Förderprogramm informierenden Homepage.

Menschen
Manuela Infante und ihre Performance „Estado Vegetal“: Das Schauspielhaus Bochum zeichnete die Künstlerin für ihr genanntes Werk mit einem Werkauftrag aus. Deutschlandfunk Kultur.

Sivan Ben Yishai, 1978 in Tel Aviv geboren, Autorin (bisher u.a. für das Gorki Theater Berlin) und Theaterregisseurin, ist ab Spielzeit 2019/20 neue Hausautorin am Schauspiel des Nationaltheaters Mannheim. Die Stelle gibt es seit 1996; sie wird ermöglicht durch den „Verein der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim“.

Kristo Šagor gewann mit seinem Stück „Ich lieb dich“ den mit 10.000 Euro dotierten Mühlheimer KinderStückePreis 2019. „[V]erblüffende wie berührende Bilder für Liebe und deren Vergänglichkeit“ begeisterten die Jury.

Peter Spuhler, Generalintendant am Badischen Staatstheater, bleibt dies bis August 2026: Sein 2011 eingesetzt habender Vertrag verlängert sich um weitere fünf Jahre. Ministerin Theresia Bauer vom baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst freut sich auch über Georg Fritsch, der ab Spielzeit 2020/21 Generalmusikdirektor wird, dieses sowohl an der Badischen Staatskapelle als auch am Staatstheater. Fritsch ist seit 2003 in Kiel im genannten Berufe tätig. Ka-News!

Barbara Frey, seit zehn Jahren Intendantin am Schauspielhaus Zürich, ist dies nun nicht mehr. Letzte Inszenierung: James Joyce. SWR 2.

O.E. Hasse-Preis für Julia Windischbauer, die im 3. Studienjahr an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule Schauspiel studiert! Der Preis soll herausragende Begabungen fördern. Windischbauer spielte bereits u.a. am Landestheater Linz, die Jury zeigt sich beeindruckt. „[K]onzentrierte, streng gegliederte Körperbeherrschung“/„Feinfühligkeit“. 5.000 Euro. Die Akademie der Künste berichtet.

Thomas Ostermeier, welcher die Schaubühne künstlerisch leitet und auch Regisseur ist, erhielt einen Preis in Paris, renommiert dieser: Der „Molière“. Ostermeier bekam ihn für eine Shakespeare-Inszenierung: „La Nuit des Rois (Was ihr wollt)“ an der Comédie Française. 20 Menschen in Gelbwesten störten die Verleihung. WDR.

Dieter Klinge, 17 Jahre lang Leiter des Kinder- und Jugendtheaters am Staatstheater Kassel, ist mit 66 Jahren verstorben. Als Autor, Schaupieler und Dramaturg wirkte er in über 70 Produktionen mit. Das Staatstheater Kassel trauert.

Hollywood-Legende Doris Day ist am vergangenen Montag, den 13.5., im Alter von 97 Jahren verstorben. Day wirkte sowohl als Schauspielerin  (u.a. „Bettgeflüster“, „Der Mann, der zuviel wusste“, „Pyjama für zwei“) als auch als Sängerin (u.a. „Que Sera Sera“). Sie setzte sich leidenschaftlich für den Tierschutz ein. VIP.de hat einen Nachruf.

Markus Riexinger, Verfasser dieses Wochenrückblicks, hatte gestern Geburtstag. Ganz Theapolis gratuliert.

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