Theatertreffen 2016

Die 10 Inszenierungen des Jahres

04.02.2016

Die tt-Jury der Berliner Festspiele hat entschieden: zum diesjährigen, dem 53. Theatertreffen sind zehn Inszenierungen aus sieben Städten eingeladen, welche im Rahmen des Festivals vom 6. bis 22. Mai 2016 in Berlin gezeigt werden.

Die Kritiker*innen-Jury, bestehend aus Till Briegleb, Barbara Burckhardt, Wolfgang Huber-Lang, Peter Laudenbach, Bernd Noack, Stephan Reuter und Andreas Wilink, gab am 3. Februar ihre Auswahl bekannt:

  • „der die mann“ nach Texten von Konrad Bayer. Regie Herbert Fritsch. Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
  • „Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie“ von Clemens Sienknecht und Barbara Bürk nach Theodor Fontane. Regie Clemens Sienknecht und Barbara Bürk. Deutsches Schauspielhaus, Hamburg
  • „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen. In einer Bearbeitung von Dietmar Dath. Regie Stefan Pucher. Schauspielhaus Zürich
  • „John Gabriel Borkman“ nach Henrik Ibsen von Simon Stone. Regie Simon Stone. Burgtheater im Akademietheater, Wien / Wiener Festwochen / Theater Basel
  • „Mittelreich“ nach Josef Bierbichler. Regie Anna-Sophie Mahler. Münchner Kammerspiele
  • „Schiff der Träume“ Ein europäisches Requiem nach Federico Fellini. Regie Karin Beier. Deutsches Schauspielhaus, Hamburg
  • „The Situation“ von Yael Ronen & Ensemble. Regie Yael Ronen. Maxim Gorki Theater, Berlin
  • „Stolpersteine Staatstheater“ von Hans-Werner Kroesinger. Regie Hans-Werner Kroesinger. Staatstheater Karlsruhe
  • „Tyrannis“ von Ersan Mondtag. Regie Ersan Mondtag. Staatstheater Kassel
  • „Väter und Söhne“ von Brian Friel nach Iwan Turgenjew. Regie Daniela Löffner. Deutsches Theater, Berlin

Zeitgleich wurde die Jury für das kommende Jahr bekannt gegeben. Es bleiben Till Briegleb und Stephan Reuter, die ergänzt werden durch Margarete Affenzeller, Eva Behrendt, Dorothea Marcus, Christian Rakow und Shirin Sojitrawalla.

Kommentar der Autorin:

Die Auswahl sorgt in den Foren sowohl für Diskussionen als auch für Schulterzucken. nachtkritik.de liefert mit der Veröffentlichung der Einladungen direkt ihre satirische Umfrage mit - und fasst damit die Reaktionen kurz und bündig zusammen. Man vermisse bestimmte Regisseur*innen, die neuen Bundesländer seien unterrepräsentiert und nicht wenigen stößt auf, dass mit Hans-Werner Kroesinger und Simon Stone zwei Regisseure eingeladen sind, welche auch in der Stückemarkt-Jury sitzen.  

Um die Problematik des Bestentreffens zu umgehen, formuliert man gern, es handle sich um die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des vergangenen Theaterjahres. Dass beispielsweise die Freien Darstellenden Künste einmal mehr kaum bemerkt wurden, zeigt auch die Longlist.
Erst kürzlich tagte die Dramaturgische Gesellschaft zum Thema "Was tun. Politisches Handeln jetzt." Eines der Fazits: der Theaterbetrieb muss sich samt seiner Formen verändern, um seinen Auftrag künftig noch erfüllen zu können, die aktuellen Nutzergruppen blieben zu sehr unter sich. Die tt-Auswahl bleibt von diesem Diskurs unbehelligt.



Quellen:
Pressemitteilung der Berliner Festspiele
Longlist
nachtkritik.de

[MT]

 

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