Wochenrückblick #28/19

Diskriminierende Strukturen, fehlende Resonanz

13.07.2019

Dublin LGBTQ Pride Festival 2012, Foto: infomatique [CC BY-SA 2.0]

Dublin LGBTQ Pride Festival 2012, Foto: infomatique [CC BY-SA 2.0]

Eigentlich ist jetzt die Gelegenheit gekommen, sich mit internen Strukturen und Diskriminierung innerhalb von Theaterbetrieben auseinanderzusetzen – nicht nur, um die Sommerlücken im Feuilleton zu füllen, sondern aus aktuellen Anlässen.

Umso erstaunlicher ist es, dass ein Bericht der taz, welcher am 30.06. erschien, kein größeres mediales Echo nach sich zog. In diesem Bericht werden schwere Rassismus-Vorwürfe gegen das Theater an der Parkaue in Berlin erhoben, wo vergangenes Jahr die Schauspielerin Maya Alban-Zapata eine Produktion vorzeitig verließ, nachdem sie eigenen Angaben zufolge (und teilweise bestätigt durch andere Mitarbeiter*innen) wiederholt rassistisch beleidigt und diskriminiert worden sei. Nun hat Ende vergangener Woche auch das Theater eine Stellungnahme abgegeben, nachzulesen im Tagesspiegel. Ob andere Medien auf den Zug aufspringen, bleibt abzuwarten.

Ein aktiver Schritt, diskriminierenden Strukturen im Theater entgegenzuwirken und die Theaterlandschaft diverser und zeitgemäßer zu gestalten, wird dieses Wochenende an den Münchner Kammerspielen unternommen: Hier findet das „Queer and Now“-Festival statt, welches von Beyond Color und KammerQueers ausgerichtet wird und den Fokus auf queere Künstler setzt, wobei „queer“ laut eigenen Angaben nicht nur auf Sexualität und Gender bezogen werden soll. Ein detaillierter Bericht findet sich in der Süddeutschen Zeitung.

Engagement zeigt auch das Theater Ulm, wenn auch aus ganz anderen Gründen und für die eigenen Reihen: Ein Mitglied des Orchesters benötigt eine Stammzelltransplantation, das Theater ruft die Bevölkerung zur Registrierung als Stammzellenspender auf, berichtet die Schwäbische.

Jenseits dieser großen Debatten und wichtigen Appelle beschränken sich die Neuigkeiten aus der Theaterwelt auf Umzüge, Neu- und Umbauten: Das Junge Theater Göttingen bezieht eine neue Spielstätte, so berichtet der NDR; Selbiges gilt auch für das Theater der Keller Köln, wie aus einem Audiobeitrag des WDR hervorgeht. Für Diskussion sorgen außerdem die Sanierungs- und Neubaupläne am Theater Ingolstadt, nachzulesen in der Augsburger Allgemeinen.
 

Menschen

Wechsel in der Direktion der Hochschule für Musik und Theater Rostock: Die Rektorin Susanne Winnacker verlässt die Stadt bereits im Herbst, um einen Posten als stellvertretende Intendantin im Schauspielhaus Bochum anzutreten, berichtet der NDR.

Einen Leitungswechsel hat auch das Stuttgarter Ballett zu verzeichnen: Ab September 2020 soll Mikhail Agrest hier neuer Ballettmeister werden, schreibt SWP.

Prominente Todesfälle sind in der vergangenen Woche vor allem in den USA zu beklagen. Im Alter von 84 Jahren verstarb am vergangenen Samstag der Theaterregisseur und Lyriker Martin Charnin, wie uns die Süddeutsche Zeitung wissen lässt.

Ebenfalls in hohem Alter verschied der aus unzähligen Filmen bekannte Schauspieler Rip Torn, nachzulesen auf tagesschau.de.

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