Wochenrückblick #10/19

Gegenwarts- und Zukunftsmusik

08.03.2019

Foto: José Cláudio Guimarães auf Pixabay

Foto: José Cláudio Guimarães auf Pixabay

Diese Woche kreisen die Gedanken vorwiegend um Entwicklungen und mögliche Perspektiven. Neues gibt es vor allem aus der Orchesterwelt - und- man darf sich freuen - auch Positives ist dabei! Überlegt und geplant wird auch Einiges im Kinder- und Jugendbereich, dem Zukunftspublikum gewissermaßen. Und: Endlich Erleichterung in Bad Godesberg...

Zuerst einmal zu den erfreulichen Neuigkeiten der letzten Tage: Die deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat in ihrer Jahresmedienkonferenz Bilanz gezogen und sieht der Zukunft durchaus positiv entgegen. Denn laut bundesweiter Konzertstatistik fanden in den beiden letzten Jahren etwa neun Prozent mehr Veranstaltungen statt als zuvor. Auffallend dabei ist, dass die Anzahl der Veranstaltungen für junges Publikum in dem Zeitraum um rund 25 Prozent angestiegen ist und damit erstmals höher war als die der Chor- und Sinfonieproduktionen.

Und auch vom finanziellen Standpunkt her geht es bergauf: Im Osten Deutschlands sind zwar noch immer Unterschiede vorhanden was die Tarifgehälter der Orchester betrifft, aber es besteht Hoffnung. Die Lage habe sich zum Teil schon gebessert oder sei zumindest auf dem Weg dorthin, so Gerald Mertens, der Geschäftsführer der DOV. Beispielsweise in Halle, Chemnitz, Görlitz oder Freiberg würden bereits volle Tarifgehälter gezahlt. In Greifswald/Stralsund, Riesa/Radebeul und einigen anderen Orchestern gäbe es zumindest Annäherungen daran. Jedoch auch in Bayern und Niedersachsen gibt es Aufholbedarf bei der Finanzierung der Orchester.

Noch in einer anderen Hinsicht bleibt es spannend, denn Ende 2019 wird die Entscheidung der UNESCO fallen, ob die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen wird. Viel mehr zum Thema gibt es in der neuen musikzeitung und bei br-klassik.

Weiter geht es in Frankfurt am Main. Dort besteht seit Längerem der Wunsch nach einem neuen Kinder- und Jugendtheater, denn die Nachfrage innerhalb der Region ist weitaus größer als das momentane Angebot. Und sowohl die städtischen als auch die freien Ensembles, die vorort Theater für junges Publikum machen, haben kaum mehr Kapazitäten.

Die Finanzierung allerdings, so sind die Befürchtungen, könnte zum Problem werden. Denn bereits 1992 gründete man eine städtische Kinder- und Jugendbühne in Frankfurt, die jedoch auf Grund von Sparmaßnahmen kurze Zeit später schon wieder geschlossen wurde. Es dürfen hier also die Daumen gedrückt werden! Mehr zu diesem Thema weiß die Frankfurter Rundschau.

Neues gibt es auch in Bad Godesberg. Dort scheinen sich die Wogen allmählich zu glätten. Nach längeren Diskussionen über den Verbleib des Kleinen Theaters Bad Godesberg und einen potentiellen Nachfolger des Intendanten (siehe Wochenrücklick #8/19) soll nun der Schauspieler und Regisseur Frank Oppermann als einzig übrig gebliebener Bewerber das Theater übernehmen. Er befindet sich derzeit in Vertragsverhandlungen mit der Stadt. Ein nahtloser Übergang in die kommende Spielzeit ist geplant. Allerdings wird es künftig keine städtischen Zuschüsse mehr für das Kleine Theater geben. Mehr Infos hat der WDR.

Und zum Schluss noch eine kurze Beobachtung im Orchester-Bereich, apropos Weltfrauentag und ganz generell: Rund die Hälfte der Studierenden im Fach Dirigieren in Deutschland sind Frauen, aber nur vier bis fünf Prozent der internationalen Konzerte haben tatsächlich eine weibliche Leitung. Und dieses Verhältnis ändert sich laut DOV nur sehr schleichend. Es bleibt also zu hoffen, dass sich das Schritttempo in dieser Hinsicht zukünftig steigert. Der NDR hat mehr dazu.

Menschen und Preise

Der Bühnenbildner Toni Businger verstarb 84-jährig in Baden (Schweiz). Businger war unter anderem an der Oper Zürich, dem Stadttheater Bern und den städtischen Bühnen Freiburg tätig. Einen Nachruf schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

Die Schauspielerin Monica Gubser ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Sie arbeitete am Stadttheater Basel, dem Theater Biel-Solothurn und erlangte auch Bekanntheit durch zahlreiche Film- und Fernsehrollen. Die Aargauer Zeitung schreibt eine Würdigung.

Preisträgerinnen des mit 25.000 Euro dotierten Waldorf-Dramawettbewerbs, der dieses Jahr anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Waldorfschulen ausgeschrieben wurde, sind Ulrike Müller, Katja Hensel und Teresa Dopler.  Herzlichen Glückwunsch! Mehr dazu direkt auf waldorfschule.de

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