Wochenrückblick #9/19

Narrenschiff

01.03.2019

Narrenschiff Nürnberg, Jürgen Weber

Heijo hört man in Berlin derzeit – sehr selten! Alaaf, Helau in anderen Teilen Deutschlands doch häufiger. Vom Narrenschiff ist die Theaterwelt (nicht?) weit entfernt, Motivwagen gäbe es jedenfalls einige zu besetzen, in Berlin, Halle und... in der Hansestadt.

Nach Halle geht es zuerst, denn dort fiel dann doch noch die Entscheidung, den Opernintendanten Florian Lutz nicht zu verlängern. Matthias Brenner, der seinen Verbleib im Neuen Theater ebenso vom Verbleib des Geschäftsführers Stefan Rosinski abhängig gemacht hatte, ist nun auf einmal glücklich über eine Verlängerung seines Vertrags. „Ich bin froh, dass man bereit ist, mein loses Maul auszuhalten,“ lässt er sich zitieren. Wie, ob und wann die Geschäftsordnung der TOOH neugeordnet wird und wie sich dann die Zusammenarbeit gestalten wird? Dafür müssen wir wohl noch mehr als den Beginn der Fastenzeit abwarten. Der Deutschlandfunk fasst den jetzigen Stand zusammen.
 
Die Umstände an der Staatsoper Berlin gäben den Motivwagen-Gestaltern auch ein reiches Repertoire an die Hand, jedenfalls ist von Beruhigung kaum zu sprechen in der Causa Barenboim. Inzwischen haben sich einige Musiker*innen namentlich aus der Deckung getraut, Daniel Barenboim hat DER ZEIT gestanden, dass er Empathie empfindet. Es soll intern zu Gesprächen und Moderationsprozessen kommen, wie man ebenfalls dem Interview mit Christine Lemke Matwey entnehmen kann. (grrr. nur noch bezahlcontent...), hier eine Zusammenfassung im BR.
 
Und zuletzt in die Hanse – da immerhin ruft man das ganze Jahr über Ahoi (und mit Recht!). Nicht allzulang ist es her, da war Rostock der Garant für Aufruhr, die ehrwürdige Hansestadt jagte Sewan Latchinian vom Hof und aus dem Volkstheater. Nun übernimmt er in der anderen Hansestadt die künstlerische Leitung der Hamburger Kammerspiele und schwärmt: „Das ist eine Legende, und diese Legende lebt und kann sich sicherlich immer neu erfinden“. Weiteres dazu hat der NDR.
 
Frauen? Für die gibt es in diesem Faschingsschwank eher keine Hauptrollen. Gut aber zu lesen, dass es in deutschen Berufsorchestern kein Gender Pay Gap gibt – und eine Quote gar nicht mehr gebraucht wird. „Die Zukunft der Orchester ist weiblich“, sagt der Vorsitzende der DOV, Gerald Mertens. „Der Anteil von Frauen zwischen 25 und 45 Jahren in Berufsorchestern liegt im Schnitt über 50 Prozent. Diese Mehrheit wird sich in den nächsten zehn Jahren weiter durchsetzen.“ Lesen wir in der NMZ.
 
Und beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens spielen weibliche Positionen immerhin auch eine Rolle – ausgewählt wurde Gracie Gardners Text „Pussy Sludge“. Für diese fünf Autor*innen und Theatermacher*innen hat sich die Jury entschieden.
 
Eine Karrieremeldung noch:
Axel Kober amtiert nun auch – neben seiner Verpflichtung als GMD an der Deutschen Oper am Rhein – als GMD der Duisburger Philharmoniker. Das ist eine praktische Ämterkombination, ist dieses doch eins der beiden Hausorchester des Opernhauses, schreibt die WAZ.
 
Und ein Gerücht:
Stephan Pauly, derzeit Intendant an der Alten Oper in Frankfurt verhandelt offenbar einen Arbeitsvertrag an einem der bekanntesten Orte für klassische Musik, dem altehrwürdigen Musikverein in Wien - ahnt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
 
Menschen
André Previn, Komponist, Pianist, Arrangeur, Oscarpreisträger – und Kenner von „all the right notes“ ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Die Zeit würdigt ihn - oder besser noch, man schaut ihm noch einmal auf Youtube zu. Adieu...

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