Wochenrückblick #25

Das Digitale auf dem Vormarsch

23.06.2018

ENIAC - ein erster Computer

Sind Künstler*innen bald überflüssig, weil die Künstliche Intelligenz das Kreative übernimmt? Diese Woche sorgt die Kulturstiftung des Bundes für mehr Geld für Digitales im Kulturbereich und einer nimmt vorzeitig seinen Hut.

Können Maschinen kreativ sein? Macht die Künstliche Intelligenz Künstler*innen bald überflüssig? Und wie sieht eine Theaterpremiere aus, wenn nur noch Roboter auf der Bühne stehen?
Unsinn, sagen die einen. Probieren wir aus, hat der Filmemacher Oliver Shaw gesagt. Und ließ eine Künstliche Intelligenz als Filmregisseur einen komplett eigenen Film schaffen: Zone out.

Ob der Film nun künstlerisch gerade besonders oder gar nicht wertvoll geworden ist, interessiert an dieser Stelle nicht. Das Digitale ist schon lange im Herzen der Kunstproduktion angekommen, sorgt für Inspiration, stellt Mittel zur Verfügung. Wie gut, dass die Kulturstiftung des Bundes nun auch Geld dafür zur Verfügung stellt:

Kulturstiftung des Bundes richtet neuen Fonds digital ein
Wo die Bundesregierung immer noch am schnellen Internet in allen Landesteilen feilt, geht die Kulturstiftung des Bundes mutig voran: 18 Millionen Euro hat der Stiftungsrat für das Programm Kultur digital insgesamt zur Verfügung gestellt. Finanziert werden soll damit nicht weniger als die digitale Wende für Kulturinstitutionen aller Sparten. 
In der gleichen Sitzung wurde auch das Budget des Fonds Doppelpass aufgrund gesteigerte Nachfrage um weitere 3,3 Millionen Euro erhöht sowie die Vergabe der Mittel der Allgemeinen Projektförderung beschlossen. Die Ergebnisse im Einzelnen finden sich hier.

Wiener Festwochen: Noch einer, der vorzeitig geht
Zu perfomancelastig und zu diskursorientiert sei das Programm gewesen, fasst die Neue Züricher Zeitung die Kritik an Wiener Festwochen-Intendant Zeierhofer-Kien zusammen. Der nimmt jetzt nach zwei Jahren vorzeitig seinen Hut und verabredete mit Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler eine "einvernehmliche Vertragsauflösung". Der Österreichische Standard macht dann auch gleich Vorschläge, wie die Wiener Festwochen in Zukunft aussehen sollten.

Menschen
In Hamburg wird um den Begründer des Allee Theaters Uwe Deeken getrauert. 1968 gründete der damals 26Jährige das Theater für Kinder als erstes privates Kindertheater in Deutschland. Mit dem Hamburger Kammeroper - 1996 gegründet - kam noch eine weitere Bühne dazu, die Deeken bis 2016 zusammen mit seiner Frau Barbara Hass leitete. Im Alter von 76 Jahren verstarb Uwe Deeken überraschend in Italien. Mehr zu seiner Person im Artikel des Hamburger Abendblattes.

Die Deutsche Oper Berlin gab den Tod des Bariton Barry McDaniel bekannt, der dem Haus von 1962 bis 1999 treu geblieben war. Der Sänger gehörte zu dem Kreis von Künstlern, die in den sechziger Jahren dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin zu Weltruhm verhalfen, so die Oper. Der ganze Nachruf ist hier zu finden.
 

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