Wochenrückblick #42

Hinhören

23.10.2018

FSF, Foto: Chris W. Braunschweiger

Nachrichten aus Chemnitz und Dessau, ein Betriebsdirektor, der „an die Seite gestellt“ wird und Haupstadt-Phänomene. Neues aus der letzten Woche in diesem Wochenrückblick zusammengefasst.

Wenn dieser Tage Nachrichten aus Chemnitz und Dessau in den Zeitungen stehen, will man am liebsten gar nicht so genau hinschauen. Man muss aber. Hinschauen, hinhören, da sein! Und heute tut es – versprochen – gar nicht weh:
 
Chemnitz: Theaterangestellte sollen am Theater Chemnitz wieder nach Flächentarifvertrag bezahlt werden, seit 1999 das erste Mal. Das wird ermöglicht durch eine Erhöhung der Förderung durch Land und Kommune. Damit entfällt auch der Freizeitausgleich von 14 Tagen pro Jahr und Mitarbeiter*in. Der Intendant Christoph Dittrich kündigte an, die jetzt neu zur Verfügung stehende Arbeitszeit in Kooperationen im Bereich Kulturelle Bildung und Schulen nutzen zu wollen. Die Freie Presse hat die genauen Zahlen.
 
Dessau: Das Anhaltische Theater Dessau möchte nun doch gerne die Band Feine Sahne Fischfilet zu Gast haben. Man habe sich „für die viel zu lange Leitung“ bei der Band entschuldigt. Der Auftritt von Feine Sahne Fischfilet im Rahmen einer Aufzeichnung für das ZDF war zuerst vom Bauhaus Dessau nach Druck aus CDU und AfD abgesagt worden. Nachdem das Theater Dessau zuerst in einer Antwort auf eine Medienanfrage einen Auftritt in den eigenen Räumen ausgeschlossen hatte, würde es nun doch gerne zur Verfügung stehen, wie es auf in einer Presseerklärung heißt.
 
Bochum: Per Pressemitteilung gibt der Aufsichtsrat der Kultur Ruhr bekannt, man werde der Intendantin der Ruhrtriennale Stefanie Carp Jürgen Reitzler als Künstlerischen Betriebsdirektor „zur Seite stellen“. Damit „zieht [der Aufsichtsrat] Schlüsse aus der Diskussion um BDS“. Desweiteren werde die „neue Intendanz im Frühjahr 2019 bestimmt“. Die ganze Pressemitteilung hier.
 
Berlin: Ist das nur ein Hauptstadt-Phänomen? Da gibt es einen Generationswechsel in einem Theater. Die oder der Neue hat – man konnte es sich nicht denken – neue Ideen. Und die, die schon immer da waren, rufen: Das ist ja alles gar nicht mehr so, wie wir es kannten. Das erlebt jetzt auch die neue Intendantin des Theaters am Winterfeldtplatz. Ihr wird vorgeworfen, dass sie zu wenig Puppentheater mache für ein Haus, das bisher das Figurentheater „Hans Wurst Nachfahren“  beheimatet. Wir sind auf die Fortsetzung gespannt. Politisch wird schon gefordert, eine neue Ausschreibung für die gerade per Ausschreibung besetzte Stelle zu unternehmen (nachzulesen im Tagesspiegel.).
 
Österreich: Bei einem Arbeitstreffen in Salzburg haben verschiedene Intendant*innen die „Österreichische Intendant*innengruppe“ gegründet, die zukünftig die Vernetzung und den Austausch zwischen den einzelnen Theatern stärken soll. Eine Aufzählung der Theater findet sich in der Meldung auf nachtkritik.
 
 
Menschen und Karriere

München: Das Rodeo-Festival hat eine neue Leitung: Ein Team, das unter dem Namen „Kollektiv“ arbeitet und aus Simone Egger, Christiane Huber, Karnik Gregorian und Bülent Kullukcu besteht. Mehr dazu weiß nachtkritik..
 
Wien: Die Wiener Festwochen behalten ihren Interims-Intendanten Christophe Slagmuylder, der nun einen Vertrag bis zum Jahr 2024 hat. Die Presse hat mehr dazu.
 
In der Kategorie „Was macht eigentlich…?“ können wir heute noch vermelden, dass Chris Dercon jetzt in Stuttgart „Über Performance“ lehrt. Mehr dazu in den Stuttgarter Nachrichten.
 

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