Bayreuther Festspiele

Jonathan Meese: "Es geht in Bayreuth schon lange nicht mehr um Kunst"

19.11.2014

Jonathan Meese, Foto: Wikipedia

Der Künstler Jonathan Meese wurde von der Festspiel-Leitung wegen angeblich "unkalkulierbarer Kosten" entlassen. Jetzt kritisiert Meese die Vorzeige-Festspiele scharf.

Vermischtes – Skandal-Regisseur Jonathan Meese wurde 2012 von Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier engagiert, um 2016 für die Bayreuther Festspiele den "Parsifal" zu inszenieren – doch am vergangenen Freitag gab die Festspiel-Leitung seine Entlassung bekannt. Die Begründung sei ein nicht finanzierbares Konzept. Doch, wie Spiegel online schreibt, hält Meese das für vorgeschoben: "Künstler scheitern an Bayreuth, weil die Kunst dort kein Zuhause mehr hat. Meese ist nicht an Wagner gescheitert, sondern Bayreuth an Meese", so Jonathan Meese in einer Erklärung an den "Spiegel". Es heißt, der Künstler sei sogar bereit gewesen, für mögliche Mehrkosten seiner Inszenierung selbst aufzukommen. Meese übt scharfe Kritik: "Die Strippenzieher in Bayreuth stehen nicht auf der Bühne, sondern dahinter. Die sichtbaren Personen sind nur Marionetten und nicht entscheidungsfähig." Und: "Es geht in Bayreuth schon lange nicht mehr um Kunst. Es geht um Selbsterhalt, Macht und den Kampf gegen die sinkende Relevanz." In Bayreuth herrsche eine "Kultur von Befehl und Gehorsam".

Der Berliner Künstler Jonathan Meese ist dafür bekannt, in seiner Malerei und seinen Performances Symbole des Nationalsozialismus wie Hitlergruß oder Hakenkreuz satirisch einzusetzen. Erst im letzten Jahr wurde er verklagt, da er den Hitlergruß verwendet hat. Er wurde vom Kasseler Gericht zugunsten der Kunstfreiheit freigesprochen.
[Quelle: Spiegel online]

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