Wochenrückblick #36/19

Soll- und Ist-Zustände

07.09.2019

TAG Wien, Foto: Manfred Werner (Tsui) [CC BY-SA 3.0]

TAG Wien, Foto: Manfred Werner (Tsui) [CC BY-SA 3.0]

Mit dem Spielzeitbeginn finden vielerorts neue Ideen endlich Umsetzung: Ein neues Theater-Festival, barrierefreies Theater durch Audiodeskription... Andernorts herrscht jedoch Unzufriedenheit über die momentanen Bedingungen und es werden Forderungen von verschiedenen Seiten laut. Ach ja, und dann ist da noch die Frage um den Esel....

Zunächst einmal nach Stralsund. Dort findet dieses Jahr erstmalig die Biennale Theater-Hanse statt. Vom 26.9. bis 29.9. dauert das Theaterfestival, dessen Ziel es ist, ein internationales Netzwerk der Theater und Künstler der gesamten Ostseeländer zu schaffen. Mitwirkende Nationen sind u.a. Russland, Estland, Litauen, Polen und Norwegen. Näheres zur Biennale Theater-Hanse in der SZ.

Neue Pläne gibt es auch in Berlin, hinsichtlich der Audiodeskription an Theatern. Innerhalb des neuen Programms ,,Berliner Spielplan Audiodeskription'' sollen zwei Spielzeiten lang 16 Werke der Bühnenkunst mit über 40 Aufführungen live für blinde und sehbehinderte Zuschauerinnen und Zuschauer kommentiert werden. Partner-Theater des Projekts sind das Berliner Ensemble, die Deutsche Oper Berlin, das Deutsche Theater Berlin, der Friedrichstadt-Palast und das Theater an der Parkaue. Vereinzelte Aufführungen sind zudem noch an zusätzlichen Bühnen geplant. Mehr Infos dazu haben die Kobinet-Nachrichten.

Wir bleiben in Berlin, wo der Berliner Arbeitskreis für Kinder- und Jugendtheater (BAKJT)  derzeit mehr Geld fordert, da das Durchschnittseinkommen der im Kinder- und Jugendtheater-Bereich Beschäftigten laut Studien weit unter der OECD-Niedriglohnschwelle liegt. Außerdem fehle es an passenden Räumen und Sachmitteln. Details zu den Forderungen hat Nachtkritik.

Kay Wuschek, der Intendant des Theaters an der Parkaue in Berlin tritt mit sofortiger Wirkung von seiner Position zurück. Die Gründe für den Rücktritt seien gesundheitlicher Art, so die Berliner Senatsverwaltung. Das Theater an der Parkaue geriet unlängst wegen Rassismus-Vorwürfen während der Produktion von ,,In 80 Tagen um die Welt'' in die Kritik. Näheres dazu berichtet der Berliner Tagesspiegel.

Die Dortmunder Akademie für Digitalität und Theater, die in diesem Jahr gegründet wurde, erhält eine Förderung von über 1.272.000 Euro vom Land NRW. Die Akademie ist die erste ihrer Art und verfolgt das Ziel ,,Theater in Deutschland fit für die Herausforderungen der Digitalen Moderne'' zu machen. Mehr dazu weiß der Nordstadtblogger.

Förderung nötig hingegen hätte auch das Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) in Wien, denn die zwei Geschäftsführer Ferdinand Urbach und Gernot Plass fürchten um das Haus, dessen finanzielle Lage zunehmend schwieriger wird. Das TAG hatte in der vergangenen Spielzeit zwar eine Auslastung von 74 Prozent, jedoch wurden die Zuschüsse den steigenden Lohnkosten über einen längeren Zeitraum hinweg nicht angepasst. Urbach und Plass fordern eine Steigerung der Fördergelder um ein Viertel. Anders könnten sie als Geschäftsführer die finanzielle Lage des Theaters nicht weiter verantworten. Weiteres dazu in den Salzburger Nachrichten.

Noch ein Abstecher nach Oberammergau zu den Passionsspielen: Die Peta forderte diese Woche, dass bei den Festspielen nächstes Jahr auf einen Einzug des Jesus' auf einem Esel verzichtet wird, da der Ritt des erwachsenen Darstellers auf dem Esel tierschutzwidrig sei. Alternativ schlägt die Peta die Nutzung eines E- Rollers vor, da Jesus sich heutzutage sicher auf einem tier- und umweltfreundlichen Gefährt fortbewegen würde, so die Peta. Wie die Passionsspiele auf diese Forderung reagieren, bleibt also spannend. Mehr Informationen hat der BR.

Und zu guter Letzt: Glückwünsche nach Detmold, denn das dortige Landestheater feiert in dieser Woche sein 100-jähriges Bestehen! Näheres zum Jubiläum gibt's beim WDR.

Menschen

Der neue Intendant der Leipziger Oper steht nun endgültig fest: Ab der Spielzeit 2022/23 wird Dramaturg und Kulturmanager Tobias Wolff die Nachfolge von Ulf Schirmer antreten, wie das Votum des Leipziger Stadtrats am Mittwoch Abend entschieden hat. Der MDR kennt die Details.

Der Georg-Philipp-Telemann-Preis 2020 wird an die Blockflötistin Dorothee Oberlinger verliehen. Der Preis wird von der Stadt Magdeburg seit dem Jahr 1987 für herausragende Interpretation und Erforschung von Leben und Werk Telemanns vergeben. Die NMZ hat Einzelheiten.


Die Preisträger des Opus Klassik, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wird, stehen fest. Allzu große Überraschungen dabei gibt es allerdings nicht. Eine Liste der Preisträger*innen findet sich beim Bayerischen Rundfunk.

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