Wochenrückblick #8/19

Vom Turmbau zu Düsseldorf und der Ring-Para(noia)bel

22.02.2019

Peter Bruegel d.Ä. Turmbau zu Babel

Peter Bruegel d.Ä. Turmbau zu Babel

Eine Woche der vielen Hins und Hers geht zu Ende - was bleibt? Der Traum von Sydney, immer noch Uneinigkeit in Halle und auch in Bad Godesberg steht man achselzuckend da und weiß nicht so recht wie es weitergehen soll... Aber dafür: Mehr Geld in Meißen! Und der Ring! Aber eins nach dem anderen...

Nachdem in den vergangenen Monaten die "Erklärung der Vielen" entstand und tatsächlich von - vielen - Theatern und anderen Kultureinrichtungen unterzeichnet wurde, hat nun das Theater Ulm eine eigene Erklärung mit dem Titel "Haltung zeigen!" verfasst. Die "Erklärung der Vielen" sei politisch zu einseitig, es werde darin davon ausgegangen, dass eine Bedrohung für die Demokratie nur von einer Seite aus stattfinden könne. Dem Theater unter der Leitung des Intendanten Kay Metzger sei es jedoch wichtig klarzustellen, dass diese Gefahr von unterschiedlichsten radikalen Ansichten her rühren könne. Mehr dazu in der Augsburger Allgemeinen.

Währenddessen wird in Düsseldorf schon seit geraumer Zeit über die notwendige Sanierung der Oper nachgedacht. Mittlerweile stellt sich aus Kostengründen die Frage nach einem Neubau. Die Entscheidung darüber wird im Laufe diesen Jahres fallen. Über das Aussehen des neuen Gebäudes zerbrechen sich diverse Architekten bereits die Köpfe: Zur Debatte stehen bereits ein 140 m hoher Turm oder ein Operngebäude direkt am Rhein, nach internationalem Vorbild wie beispielsweise in Sydney. Mehr dazu weiß RP Online.

Auch in Stuttgart wird erneut über die Sanierung der Oper diskutiert. Der neuste Plan beinhaltet jetzt eine gemäßigte Sanierung des alten Opernbaus sowie einen zusätzlichen Neubau, der auch als Anziehungspunkt für Touristen dienen soll, ähnlich wie die Elbphilharmonie in Hamburg. Mehr zu diesem Thema kann man in der Südwest Presse erfahren.

Man mag es kaum glauben, aber die Diskussionen, was die Zukunft der Oper Halle betrifft, ziehen sich noch immer hin. Es geht dabei unter anderem um die (Nicht-) Verlängerung des Opernintendanten Florian Lutz. Dieses Wochenende wird vom Aufsichtsrat der Bühnen Halle und vom Stadtrat über die Vertragsverlängerungen der jeweiligen Spartenleiter abgestimmt. Mehr dazu in der Mitteldeutschen Zeitung.

Ungewiss ist auch die Zukunft des Kleinen Theater Bad Godesberg. Nachdem der bisherige Intendant Walter Ullrich angekündigt hatte, in den Ruhestand zu gehen, gibt es jetzt nur noch einen Bewerber, der an der Weiterführung des Theaters interessiert ist: Frank Oppermann. Denn diese Woche haben auch der Bonner Ex-Intendant Klaus Weise und sein Mitbieter ihr Angebot für die Übernahme zurückgezogen, weil sich keine Einigung mit der Stadt ergeben hat. Mehr darüber erfährt man im Bonner Generalanzeiger.

Gute Neuigkeiten hingegen gibt es in Meißen. Dort können die Musiker*innen und Mitarbeiter*innen der Elbland Philharmonie Sachsen nun mit 200 bis 400 Euro mehr monatlich rechnen, da der Landtag für die nächsten vier Jahre 40 Millionen Euro zusätzlich für Kultur freigegeben hat. 28 Millionen davon sollen in höhere Gehälter für die Tarifbeschäftigten fließen und 9 Millionen an kommunale Theater und  Orchester verteilt werden. Mehr dazu gibt es im Wochenkurier.

Menschen und Preise

Auszeichnungen
Die Nominierten des diesjährigen Schweizer Theatertreffens im Mai 2019 stehen fest. Alle Infos auf der Webseite.

Die Auswahl des Festivals "Impulse" wurde getroffen. Hier die elf Nominierten für den Showcase.

Der Niederländisch-deutsche KJ-Dramatikerpreis wurde u.a. an Anne Lepper und Karsten Laske verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Mehr dazu weiß nachtkritik.

Glückwünsche auch an Anta Helena Recke und Ensemble, die den diesjährigen Preis des  Internationalen Theaterinstitut erhielten. Das ITI hat die Details.

Der Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik 2019 ging an Nadine Baudy für ihr Stück "Rauschen - Oder: Wenn Du nicht existiert, geh mir bitte aus dem Licht. Danke". Theater der Zeit weiß mehr.

Menschen
Die Schauspielerin Christine Gloger ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Sie erlangte vor allem Bekanntheit durch ihre Darstellung von Brechts Frauenfiguren am Berliner Ensemble.

Im Alter von 77 Jahren starb der Schauspieler Bruno Ganz in Zürich. Ganz wurde im Laufe seiner Karriere ans Theater Bremen engagiert, wo die langjährige Zusammenarbeit mit Peter Stein ihren Anfang nahm und einen enormen Einfluss auf die deutsche Theatergeschichte hatte. Gemeinsam setzten die beiden ihre Arbeit an der Berliner Schaubühne fort. Auch im Europäischen Film spielte Bruno Ganz eine wesentliche Rolle. 1996 erhielt er den Iffland- Ring von Josef Meinrad. Und während die einen trauern - und die Beerdigung noch nicht einmal stattgefunden hat, diskutieren die anderen hinter mehr (oder eher weniger) vorgehaltener Hand auch schon darüber, wer denn der nächste Iffland-Ring-Träger werden könnte. Denn Ganz selbst hatte den Ring an Gert Voss weitergeben wollen, der jedoch bereits 2014  verstarb. Viel mehr dazu in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und bei nachtkritik.

Organisationen

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